FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 20. August 2013. Während Aktienfonds quer durch die Bank überwiegend abgestoßen werden, erfreuen sich Portfolios mit Gold- und Silberminen wieder reger Beliebtheit.

Es kommt wieder Bewegung in den Fondshandel. 'Nachdem vergangene Woche ferienbedingt noch das klassische Sommerloch herrschte, sind die Umsätze seit gestern wieder angezogen', meldet Matthias Präger von der Baader Bank. Dabei machten sich die jüngsten Kursverluste an den Aktienmärkten in einem deutlichen Abgabeüberhang sowohl bei heimischen als auch bei international ausgerichteten Aktienportfolios bemerkbar.

Auch Frank Wöllnitz von ICF Kursmakler beobachtet eine Belebung am Markt. 'Nach dem Sommerloch par Excellence in der vergangenen Woche ist heute schon wieder einiges mehr los', berichtet der Spezialist und ergänzt, dass zum ersten Mal seit einiger Zeit auch wieder eine eindeutige Richtung am Markt auszumachen sei: abwärts.

Deutlicher Verkaufsüberhang

Von den international investierten Aktienportfolios zählen laut Präger unter anderem der M&G Global Basics ( WKN 797735     ), der Lingohr-Systematic-LBB-Invest ( WKN 977479     ) sowie FF - MoneyBuilder Global A Euro ( WKN A0EAD1     ) zu den am stärksten verkauften Produkten. 'Lediglich im DWS Top Dividende ( WKN 984811     ) verzeichnen wir aktuell Käufe', erklärt der Händler.

Aber auch bei den heimischen Aktienkörben zeige sich derzeit ein deutlicher Abgabeüberhang. Unter Druck stehen laut Baader Bank etwa der cominvest Fondak P ( WKN 847101     ), der DWS Deutschland ( WKN 849096     ) sowie der DekaFonds CF ( WKN 847450     ). Zu den wenigen überwiegend gekauften Fonds zählten der Alken Fund European Opportunities Z ( WKN A0H06Q     ) sowie der Henderson Horizon Pan European Alpha ( WKN A0LA5Z     ).

Massive Verkäufe und ungewöhnlich hohe Umsätze verbucht Wöllnitz seit einigen Tagen unterdessen im OP Food von Oppenheim ( WKN 848665     ). Dieser Fonds engagiert sich in führenden Nahrungsmittelunternehmen wie Nestlé, Unilever, Coca Cola, Altria oder Groupe Danone an und ist aktuell fast zur Hälfte in den USA investiert. In den zurückliegenden drei Monaten hat das Portfolio knapp 8 Prozent an Wert verloren. Zum Vergleich: Bei der Nestlé-Aktie, die mit rund einem Zehntel die größte Position des OP Food ausmacht, beläuft sich das Minus im gleichen Zeitraum auf etwa 7 Prozent, bei der zweitgrößten Position Coca Cola sogar auf über 12 Prozent.

Raus aus Immobilienfonds

Unter die Räder kommen laut Wöllnitz zudem in Abwicklung befindliche offene Immobilienfonds, wie etwa der UniImmo:Deutschland ( WKN 980550     ) oder der Grundbesitz Global ( WKN 980705     ). 'Das dürfte etwas mit den kürzlich geänderten gesetzlichen Haltefristen für Immobilienfonds zu tun haben', merkt der Händler an. 'Im Vorfeld der Gesetzesänderung haben hier einige Anleger noch einmal zugegriffen, um unter die alten Regelungen zu fallen, seitdem kommt aber wieder einiges raus.'

Zum 22. Juli hatten sich die Regelungen für die Rückgabe von Anteilen an offenen Immobilienfonds schon zum zweiten Mal in diesem Jahr geändert. Während Anleger zuvor jedes Halbjahr noch Anteile im Wert von 30.000 Euro ohne Wartefrist zurückgeben konnten, entfällt dieser Freibetrag seither. Bereits seit Jahresbeginn müssen Neuanleger ihre Anteile mindestens 24 Monate halten und unterliegen einer Kündigungsfrist von 12 Monaten.

Goldpreisanstieg lockt Investoren in Minenfonds

Die jüngste Preiserholung an den Edelmetallmärkten hat unterdessen das Anlegerinteresse an Minenfonds wiederbelebt. 'Das ist so ziemlich der einzige Bereich, in dem wir aktuell Kaufinteresse sehen', kommentiert Präger. Zu den beliebtesten Portfolios zählten vor allem der Pioneer Funds Gold Stock ( WKN 577661     ), der Earth Gold Fund UI ( WKN A0Q2SD     ) sowie der STABILITAS Silber+Weissmetalle ( WKN A0KFA1     ). Der Goldpreis ist in den vergangenen beiden Wochen von rund 1.280 auf 1.365 Dollar je Feinunze gestiegen, Silber hat sich im gleichen Zeitraum von 19,50 auf knapp 23 Dollar je Unze verteuert.

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von Karoline Kopp, Deutsche Börse AG

© 20. August 2013

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)