FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 30. Juli 2013. Im geruhsamen Sommerbetrieb setzen Anleger mal auf Mischfonds und mal auf Minenwerte, reine Aktienkörbe überzeugen kaum.

Wenige Investoren scheinen sich während der Urlaubszeit mit ihren Anlagen zu beschäftigen. Händler berichten von einem unterdurchschnittlichen Handel mit aktiv verwalteten Fonds. 'Auch die niedrige Volatilität im DAX auf recht hohem Niveau macht sich bemerkbar', meint Frank Wöllnitz von ICF Kursmakler. Dadurch fehlten die Tendenzen. Selbst die Diskussion um den Führungswechsel bei Siemens habe das deutsche Aktienbarometer kaum bewegt. Die höheren Schwankungen etwa im japanischen Leitindex würden den hiesigen Fondshandel wenig beeinflussen. Über alle Anlageklassen hinweg macht Wöllnitz einen Kaufüberhang aus. 'Meist gehandelt werden Mischfonds mit internationaler Ausrichtung.'

Von überschaubaren Umsätzen spricht auch Matthias Präger von der Baader Bank. 'Bei deutlich spürbarem Sommerloch überwogen bei uns die Abgaben.' Nur im Minensektor ging es ausgeglichen zu. Der Grund liege im jüngsten Auf und Ab des Goldpreises.

Mischfonds beliebt

Global aufgestellte gemischte Fonds stünden in dieser Woche einmal mehr im Mittelpunkt des Anlegerinteresses. 'Wobei es sowohl Verlierer als auch Gewinner gab', meldet Wöllnitz. Der Carmignac Patrimoine ( WKN A0DPW0     ) etwa spiele in den Umsatzstatistiken ganz oben mit und lande überwiegend in den Anlegerdepots. Ebenso käme der Ethna Aktiv ( WKN 764930     ) gut an. Beide Seiten gespielt würden beispielsweise im Flossbach von Storch Multiple Opportunities ( WKN A0M430     ). Eher abgestoßen werde der HVB Vermögensdepot Privat Balance ( WKN A0M034     ) mit einem Verlust von 1,14 Prozent seit Jahresbeginn.

Lieber lokal als global

Wenig Zuspruch finden klassische Aktienfonds. Abflüsse gibt es Präger zufolge etwa aus europäischen Aktienfonds wie dem Julius Baer Euroland Value Stock Fund ( WKN 921871     ), der auf Unternehmen mit Sitz im Euroraum setzt. Anleger trennten sich per Saldo auch vom Allianz Europe Equity Growth (WKN A0KDMV). Mittelständische deutsche Unternehmen im UBS Equity Fund - Mid Caps Germany ( WKN 975175     ) stoßen laut Präger ebenfalls kaum auf Gegenliebe. Anders sehe es im DWS Top Europe ( WKN 976972     ) aus. 'Der wanderte zumeist in die Anlegerdepots.'

Wöllnitz meldet zudem einen Nachfrageüberhang für den in US-Dollar bewerteten Baring Eastern Europe Fund ( WKN 986575     ).

Fonds mit asiatischem Schwerpunkt haben es schwer

Auch asiatische Aktien kommen nicht viel besser weg. Präger berichtet von Abflüssen aus dem Aberdeen Global Asia Pacific Equity Fund ( WKN 972857     ) und dem D&J Alpha (WKN A0MWOK). Der First State Greater China Growth Fund ( WKN A0BKZB     ) würde allerdings eher gekauft.

Abzüge aus global aufgestellten Fonds

Von international engagierten Publikumsfonds wie dem DWS Top Dividende ( WKN 984811     ), dem UniGlobal ( WKN 849105     ) und dem Carmignac Investissement ( WKN A0DP5W     ) trennten Investoren sich in Summe. Dagegen überwöge der Zuspruch im First Private Aktien Global ( WKN A0KFRT     ) und im DJE Agrar & Ernährung ( WKN A0NGGC     ), dessen Fondsmanagement auf Unternehmen setzt, die direkt oder indirekt in einem oder mehreren Bereichen der Agrarwertschöpfungskette tätig sind.

Gemischtes Bild in Minenfonds

Die Goldpreisentwicklung der vergangenen Wochen hat zur Folge, dass Anleger wieder stärker auf Minenfonds schauen. Mehr Käufer als Verkäufer verbucht Präger im in US-Dollar notierten BGF World Gold Fund ( WKN 974119     ) und im Nestor Gold Fonds ( WKN 570771     ). Weniger überzeugen könnten der PEH Q-Goldmines ( WKN 986366     ) und der in Euro geführte BGF World Gold Fund A4 ( WKN A0RFC5     ). 'Investoren lösten ihre Positionen in beiden Fonds tendenziell auf.'

Unternehmensanleihen gesucht

Starkes Interesse registriert Wöllnitz für den Rentenfonds Raiffeisen Europa HighYield ( WKN 921291     ). Das Portfolio besteht überwiegend aus europäischen Unternehmensanleihen mit niedriger Bonitätsnote, die von BB bis CCC reicht.

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© 30. Juli 2013/Iris Merker

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)