FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 3. September 2013. Raus aus Aktien der Industrienationen scheint die Devise vieler Fondsanleger angesichts der Krisenherde im Nahen Osten, selbst Mischfonds können wenig überzeugen.

Die Diskussionen um einen möglichen Militärschlag gegen Syrien prägen auch den Handel mit aktiv verwalteten Fonds. Analog zu den Verlusten an den Aktienmärkten überwogen in den vergangenen Tagen die Verkäufe, wie Anja Deisenroth-Boström meldet. 'Von einem Riesenabgabedruck kann aber keine Rede sein', relativiert die Fonds-Spezialistin der Baader Bank. Einige Abflüsse seien durch Stopp-Loss-Marken ausgelöst worden.' Am Donnerstag hat es sich dann wieder etwas beruhigt, auch bedingt durch positive Daten für das US-Bruttoinlandsprodukt.'

Spiel mit dem Feuer

Neben dem Syrien-Konflikt machen sich Frank Wöllnitz zufolge die Schwankungen der asiatischen Währungen im Fondshandel einmal mehr bemerkbar. Eher kurzfristig orientierte Investoren interessierten sich beispielsweise je nach Notierung für überdurchschnittlich volatile Portfolios. Hin und her gespielt würden etwa Anteile des auf indische Aktien setzenden HSBC GIF Indian Equity ( WKN 974873     ), der seit Jahresbeginn über ein Drittel Verluste verbucht. In Summe in den Anlegerdepots lande hingegen der in den vergangenen Monaten ebenfalls stark gebeutelte Espa Stock Istanbul ( WKN 694675     ).

'Das hat viel mit der Lust am Risiko zu tun', vermutet der Händler von ICF Kursmakler. Neben asiatischen Staaten leiden auch Länder wie Brasilien, Südafrika und die Türkei unter Währungseinbrüchen. Der brasilianische Real hat seit Mitte Mai um 20 Prozent gegenüber dem Euro verloren, einen ähnlich dramatischen Absturz erlebte die indonesische Rupiah und die indische Rupie. Auch mit den Währungen von Thailand, Malaysia und den Philippinen ging es nach unten, allerdings nicht ganz so dramatisch.

In den Büchern von Deisenroth-Boström spielen Publikumsfonds mit Aktien asiatischer Länder derzeit kaum eine Rolle. Abgaben auf niedrigem Niveau hätte es von Anteilen am Aberdeen Global - Asian Smaller Companies Funds ( WKN A0HMM3     ) und Allianz Thailand Equity ( WKN A0Q1LJ ) gegeben.

Europäische Werte überzeugen wenig

Publikumsfonds mit europäischen Werten kommen in dieser Woche nach Beobachtung von Deisenroth-Boström weniger gut an. 'Auf niedrigem Niveau stehen Abflüsse im Vordergrund.' Auf den Verkaufslisten ganz oben befänden sich beispielsweise der DWS Aktienstrategie Deutschland ( WKN 976986     ) und der DWS Deutschland ( WKN 849096     ). Auch Portfolios mit europäischen Werten wie der Fidelity Funds European Growth Fund ( WKN 973270     ) kämen aus den Depots raus. Eine Ausnahme bilde der Comgest Growth Greater Europe Opportunities ( WKN A0YAJD     ), der überwiegend Zuspruch fände. Deutsche Nebenwerte beispielsweise im Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen (WKN A0MHD) sind laut Wöllnitz ebenfalls gefragt. 'Hier gab es fast nur Käufe.

Weg von internationalen Aktien

Ähnlich ging es Deisenroth-Boström zufolge in Aktienfonds mit Schwerpunkt auf internationalen Unternehmen. 'Auch hier trennten Anleger sich meist von ihren Positionen.' Verkäufe verbucht die Händlerin zum Beispiel im DWS Top Dividende ( WKN 984811     ), im FMM Fonds ( WKN 847811     ) sowie im Amundi International Sicav ( WKN 635297     ).

Mischfonds rücken in den Hintergrund

Gute Umsätze in beide Richtungen registriert Wöllnitz zwar im Klassiker Carmignac Patrimoine ( WKN A0DPW0     ), der in den vergangenen Monaten ein Performance-Minus von knapp 5 Prozent ausweist. Anders als üblich wären die Umsätze in Mischfonds ansonsten eher niedrig gewesen.

Minenfonds beliebt

Nach der Erholung der Edelmetallpreise erkennt Deisenroth-Boström eine Fortsetzung Richtung Minenwerte. Auch wenn sowohl der Gold- als auch der Silberkurs zum Wochenbeginn wieder etwas nachgegeben hätten, dominierten insgesamt die Zuflüsse etwa im BlackRock Global World Mining ( WKN A0BMAR     ) und im Nestor Gold Fonds ( WKN 570771     ). Fondsinvestoren griffen auch beim Stabilitas Silber und Weißmetalle ( WKN A0KFA1     ) laut Baader Bank in Summe zu.

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von Iris Merker, Deutsche Börse AG

© 3. September 2013

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)