FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 6. Mai 2014. (FRANKFURT) Börse Frankfurt. Unsichere politische Verhältnisse in der Ukraine bringen defensivere Misch- und Rentenfonds nach vorn. Von reinen Aktieninvestments trennen sich Investoren tendenziell.

Trotz freundlichem Monatsauftakt für DAX und Dow Jones halten sich Fondsanleger laut Händlern mit ihren Engagements lieber zurück. Hinzu kommen weiter Feiertage. "Rund um den 1. Mai war wenig los", berichtet Frank Wöllnitz von ICF Kursmakler.

Seit Wochen bewegt sich der deutsche Aktienindex volatil innerhalb einer festen Bandbreite zwischen 9.200 und 9.600 Punkten. Vor diesem Hintergrund rückten den Händlern zufolge Mischfonds stärker in den Vordergrund, die überwiegend gekauft würden. Unsicherheitsfaktoren wie der Krisenverlauf in der Ukraine und enttäuschende Konjunkturdaten aus China bestimmten das Bild, wie Anja Deisenroth-Boström von der Baader Bank ausführt.Die Spezialistin ergänzt: "Auffallend sind Gewinnmitnahmen in Verbindung mit Wechselkursbewegungen zwischen Euro und US-Dollar."

Mit den kommenden Maifeiertagen und damit einhergehenden langen Wochenenden erwartet die Händlerin, dass der Fondshandel ruhig bleibt. Große Impulse aufgrund möglicher zusätzlicher quantitativer Lockerungsmaßnahmen vonseiten der europäischen Zentralbank würden vermutlich ausbleiben. "Wenn die EZB die Geldpolitik noch expansiver gestalten sollte, dann eher in der Juni-Sitzung, wenn sie ihre neuen Projektionen für Wachstum und Inflation veröffentlicht", prognostiziert Chris-Oliver Schickentanz von der Commerzbank.

Mischfonds gesucht

Unter diesen Bedingungen setzen viele Anleger offenbar auf defensivere Werte. Fonds wie der Kapital Plus ( WKN 847625     ) mit einer stabilen Mischung aus rund 70 Prozent Staatsanleihen und 30 Prozent europäischen Aktien landen Wöllnitz zufolge verstärkt in den Anlegerdepots. Das Portfolio komme auf eine Performance von knapp 4 Prozent seit Jahresbeginn und satte 75 Prozent in den vergangenen fünf Jahren.

Ebenfalls gesucht sei der Ethna Aktiv ( WKN 764930     ), der flexibel in Renten- und Geldmarktinstrumente investiere, aber auch bis zu 49 Prozent seines verwalteten Vermögens auf Aktien setzen könne. Ähnliche Restriktionen gebe es für das Fondsmanagement des ebenfalls gefragten Meag Euro Ertrag ( WKN 978273     ). Im Regelfall betrage der Aktienanteil in diesem Fonds aber zwischen 20 und 40 Prozent des Fondsvermögens.

Auf den Abgabenlisten führt Wöllnitz den BHF Total Return ( WKN A0D95Q     ) und mit fast ausschließlich Verkäufen stehe auch das einstige Flagschiff Carmignac Patrimoine ( WKN A0DPW0     ) einmal mehr auf der Verkaufsseite.

Abwanderungen aus Aktienfonds

Unterdessen trennen Anleger sich in Summe von ihren Investments mit internationaler Ausrichtung, wie Deisenroth-Boström feststellt. Mit dabei sind der Carmignac Investissement ( WKN A0DP5W     ) und der Lingohr Systematic LBB Invest ( WKN 977479     ).

Mehr Zu- als Abflüsse gebe es hingegen im Max Otte Vermögensbildungsfonds ( WKN A1J3AM     ). Zwar konzentriert sich das Management des noch jungen Fonds auf Aktien, es darf aber auch in Anleihen oder Rohstoffe investieren. Seit Jahresbeginn verbucht das Portfolio ein Plus von 5,7 Prozent.

Anleger machen Kasse

Auf das Konto Gewinnmitnahmen verbucht Deisenroth-Boström die Abflüsse aus Portfolios mit europäischen Aktien. Zumeist aus den Depots raus kommt etwa der auf hiesige Standardaktien setzende DWS Deutschland ( WKN 849096     ). "Zum Teil gab es hier größere Verkäufe."

Anleger verabschiedeten sich zudem per Saldo vom Fidelity Funds Germany ( WKN 923283 ( INNOTECH Aktie) ) und Deutsche Aktien Total Return I ( WKN A0D9KW     ). Der auf Aktien aus dem europäischen Raum fokussierte Allianz Europe Equity Growth ( WKN A0KDMU     ) würde ebenfalls in Summe abgestoßen.

Festverzinsliches selektiv gesucht

Zwar bewegt sich laut Wöllnitz in der Anlageklasse Rentenfonds insgesamt kaum etwas. Einzelne Publikumsfonds wie der auf in Euro denominierte Anleihen ausgerichtete DWS Euroland Strategie ( WKN 847403     ) belegten aber einen vorderen Platz in der Umsatzstatistik und würden verstärkt nachgefragt.

Raus aus asiatischen Aktien

Auf wenig Gegenliebe stoßen Deisenroth-Boström zufolge Portfolios mit asiatischen Werten wie der GAM Star China Equity ( WKN A0MW0K     ) und der Baring Asean Frontiers Fund ( WKN 926373     ). "Hier überwogen die Rückflüsse." Dem gegenüber würden im Franklin Japan Fund ( WKN A0HGAZ     ) beide Seiten gespielt.

von Iris Merker, Deutsche Börse AG

© 6. Mai 2014

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)