FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 17. November 2021. FRANKFURT. Der DAX in Rekordlaune treibt einige aus dem Markt, aber nicht viele. Für Goldberg eine gute Ausgangslage für weitere Kursgewinne.

Die DAX-Rallye ist auch während der vergangenen Tage ungebremst weitergegangen - fünf neue Allzeithochs schlagen seit unserer Stimmungserhebung vom letzten Mittwoch zu Buche sowie ein Wochengewinn von rund 1,6 Prozent. Im gleichen Zuge ist auch die Risikofreude der internationalen Fondsmanager gestiegen, denn die jüngste Umfrage der Bank of America (BofA) zeigt, dass deren durchschnittliche Kassenquoten gegenüber der Oktober-Befragung von 4,7 auf 4,4 Prozent gefallen sind. Gleichzeitig ist der Nettoprozentsatz derjenigen Vermögensverwalter, die angaben, in Aktien übergewichtet zu sein, wieder deutlich angezogen und beträgt nunmehr global 58 Prozent (Vormonat: 50 Prozent). Eine ziemlich angstfreie Einstellung also, zumal die in derselben Befragung genannten drei größten Marktrisiken (Inflation, Zinserhöhungen seitens der Zentralbanken und die Probleme in China) in der Wahrnehmung vieler Börsianer eigentlich für überschaubar gehalten werden.

Risikofreude wird nicht geteilt

Dieser risikofreudigen Einstellung internationaler Fondsmanager scheinen unsere heimischen, mittelfristig orientierten institutionellen Investoren offenbar nicht viel abgewinnen zu können. Denn unser Börse Frankfurt Sentiment-Index hat die in der Vorwoche eingeschlagene Tendenz fortgesetzt und abermals an Boden verloren: Dieses Mal ging es 10 Punkte nach unten auf einen neuen Stand von +1 Punkt. Im gleichen Zuge hat sich der vor 14 Tagen noch festgestellte hohe Optimismus der Investoren seither fast halbiert. Wie bereits in der Vorperiode ging es auch in der abgelaufenen Woche um Gewinnmitnahmen - etwa ein Drittel der wechselwilligen Optimisten hat sich dabei direkt auf die Bärenseite geschlagen. Dabei bleibt das Motiv für diese Positionierungen unklar, wenn man einmal davon absieht, dass bei einigen Akteuren recht ordentliche Kursgewinne festgeschrieben werden konnten.

Bei den Privatanlegern geht es indes stimmungstechnisch wieder in die andere Richtung. Der Börse Frankfurt Sentiment-Index dieses Panels ist um 5 Punkte auf einen neuen Stand von +26 gestiegen. Allerdings nicht, weil sich das Bullenlager wesentlich vergrößert hätte. Vielmehr scheinen einige zuletzt bearish eingestellte kurzfristig orientierte Akteure die Segel gestrichen und ihre Engagements wieder glattgestellt zu haben. Das Gros der Privatanleger setzt jedoch ohnehin auf eine Fortsetzung des derzeitigen DAX-Aufwärtstrends, für den einige Kommentatoren bereits das Prädikat "Jahresschlussrallye" vergeben haben.

Unerschütterlicher Glaube der Privatanleger

Damit hat sich die Kluft zwischen privaten und institutionellen Investoren weiter vergrößert. Obgleich der DAX zum sechsten Mal hintereinander bei unserer wöchentlichen Sentiment-Erhebung gestiegen ist, hat sich ein großer Teil der institutionellen Investoren von dieser Entwicklung mittlerweile ausgeklinkt. Vermutlich auch aus der Motivation heraus, den DAX-Trend nicht nur abbilden zu wollen, sondern möglicherweise etwas Extra-Rendite zu verdienen. Denn es ist nicht davon auszugehen, dass die hiesigen Fondsmanager jüngst größere Kapitalabflüsse zu sehen bekommen haben. Zumal sich die Vorliebe der internationalen Kolleginnen und Kollegen für Aktien der Eurozone laut oben genannter Befragung (5. bis 11. November) gegenüber dem Vormonat fast nicht verändert hat: Netto 33 Prozent (-1 Prozent) der Befragten gaben an, dort übergewichtet zu sein.

Unabhängig von den Motiven der Investoren bleibt jedoch festzuhalten, dass der DAX trotz der jüngsten Abgaben aus der institutionellen Gruppe wie bereits im vergangenen Berichtszeitraum sogar zugelegt hat. Damit bleibt die Situation für den DAX weiterhin günstig, zumal bereits vermutlich knapp unter der 16.000er Marke mit erster Nachfrage aus Eindeckungen der Short-Positionierungen der vergangenen beiden Wochen zu rechnen ist.

17. November 2021, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)