STUTTGART (BOERSE STUTTGART GMBH) - Auslandsmarktbericht der Börse Stuttgart

Wal-Mart schmiedet Allianz gegen Amazon - Toshiba vor Teilverkauf - Bauwerte nach Zahlen schwächer

Für den Aktienmarkt in den USA ging es in den vergangenen Tagen leicht bergab. Etwa ein Prozent gab der Dow Jones nach und schloss am Mittwoch bei 21.812 Punkten. Der US-Präsident hält weiterhin die Kapitalmärkte auf Trapp, in dem er weiterhin unberechenbar bleibt. In dieser Woche enttäuschten die Quartalsberichte von Coty ( WKN: A1WY6X ) und Lowe`s ( WKN: 859545 ), deren Aktien daraufhin deutlich zurückgenommen wurden. Interessant waren diese Woche die Nachrichten bei Wal-Mart ( WKN: 860853 ), dem größten Einzelhändler weltweit. Der Internetkonzern Amazon.com ( WKN: 906866 ) mischt die Branche derzeit richtig durcheinander und drückt die herkömmlichen Kaufhäuser regelrecht an die Wand. Deshalb holt sich nun Wal-Mart die Alphabet-Tochter Google ( WKN: A117ME ) mit ins Boot, um gemeinsam einen sprachgesteuerten Bestellservice auf die Beine zu stellen. Zu dem jetzigen Sortiment von Wal-Mart sollen im nächsten Jahr Lebensmittel hinzukommen. Anfang der Woche gab Wal-Mart die Kooperation mit dem Fahrdienstvermittler Uber bekannt, der die Auslieferungen übernehmen soll. Diese Zusammenarbeit erfolgt auch als Reaktion auf die Übernahme von Whole Foods ( WKN: 886391 ) durch Amazon. Man kann sagen, dass sich die ganze Branche des Einzelhandels in einem Umbruch befindet, meinte Marc Pusch von der Baader Bank AG in Stuttgart.

Ein lustloser Handel prägte in dieser Woche die Börse in Tokyo. So gaben, nachdem die Impulse für steigende Notierungen fehlten, die Kurse leicht nach und der Nikkei 225 verliert 349 Zähler und schließt bei 19.353 Punkten. Langsam aber sicher kommt der Verkauf der Chipsparte von Toshiba Corp. ( WKN: 853676 ) voran. Dieser für Toshiba überlebenswichtige Verkauf wurde in der letzten Zeit eher von Terminen vor Gericht begleitet als durch substantielle Gespräche. Nachdem Toshiba ein Konsortium bevorzugte, indem der aktuelle Joint-Venture Partner in der Chipproduktion Western Digital ( WKN: 863060 ) nicht berücksichtigt wurde, überzogen sich beide Parteien mit Klagen vor einem amerikanischen Gericht. Da diese gegenseitigen Klagen aber den Verkauf auf unbestimmte Zeit verzögern könnten, kam in den letzten Tagen bei Toshiba doch die Einsicht zu Tage, dass Zeit für den Verkauf das einzige ist, was der Konzern nicht hat. Dies wusste natürlich auch Western Digital und in dieser Position musste der amerikanische Konzern nur abwarten bis Toshiba sie doch in das Konsortium aufnahm. Das Ende der Streitereien zwischen den Partnern tat auch dem Aktienkurs gut und diese verteuerten sich um knapp fünf Prozent.

In dieser Woche legte das Schweizer Bauunternehmen Implenia ( WKN: A0JEGJ ) seine Semesterzahlen vor. In diesem Zeitraum konnte der Konzern seinen Umsatz um 8,1 Prozent auf nun 1,69 Milliarden CHF steigern, allerdings blieb unter dem Strich ein Verlust von 11,9 Millionen CHF. Dieser implementiert Anpassungen des Projektportfolios in Norwegen und Forderungen aus dem laufenden Verfahren zum Stadion Letzigrund, ohne diese ein positives Ergebnis von 15,8 Millionen CHF gestanden hätte. Beim Ausblick hält Implenia an den gesteckten mittelfristigen Zielen fest und erwartet für das Gesamtjahr ein EBIT von knapp unter 100 Millionen CHF. Mit den vorgelegten Zahlen konnten die Erwartungen der Analysten und Marktteilnehmern nicht erfüllt werden und so startete die Aktie sehr schwach und lag kurz nach Börsenbeginn über zehn Prozent im Minus.

Der österreichische Baukonzern Porr AG ( WKN: 850185 ) hat am Dienstagabend mitgeteilt, dass im ersten Halbjahr das vorläufige Ergebnis vor Steuern um 88 Prozent auf 2,5 Millionen Euro sank. Auch eine deutlich gesteigerte Produktionsleistung von plus 21 Prozent half letzten Endes nicht. Grund für diesen Einbruch sind die schwächeren Erträge aus Deutschland und Katar. In Katar führten die politischen Turbulenzen zu erhöhten Kosten und in Deutschland die Kosten für den Aufbau der Präsenz zu den vermindern Ergebnisbeiträgen. Die Aktie verlor teilweise bis zu 18 Prozent an Wert und liegt derzeit bei 25,05 Euro

Disclaimer:

Der vorliegende Marktbericht dient lediglich der Information. Für die Vollständigkeit und Richtigkeit übernimmt die Boerse Stuttgart GmbH keine Gewähr. Insbesondere wird keine Haftung für die in diesem Marktbericht enthaltenen Informationen im Zusammenhang mit einem Wertpapierinvestment übernommen. Hiervon ausgenommen ist die Haftung für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit.

Quelle: Boerse Stuttgart GmbH

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Boerse Stuttgart GmbH verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)