STUTTGART (BOERSE-STUTTGART AG) - Auslandsmarktbericht der Börse Stuttgart

Aktienmärkte nervös - Kursfeuerwerk bei Twitter - Sony und Banco Espirito Santo im Fokus

In den USA traten die Börsen den Rückwärtsgang an. Der Dow Jones verabschiedete sich von den Höchstständen und der Marke von 17.000 Punkten. Die politischen Unruhen in Israel und die Spannungen zwischen Russland und Ukraine hinterlassen Spuren bei der Stimmung der Marktteilnehmer. Es wachsen die Befürchtungen, dass durch die Ereignisse die Weltwirtschaft in Mitleidenschaft gezogen werden könnte, erklärte Marc Pusch von der Baader Bank AG in Stuttgart.

Zu den Themen der Woche gehörte die Nachricht am Montag, dass es eine Übernahme im Bereich der Discounterketten geben wird. Dollar Tree ( WKN: A0NFQC ( DOLLAR TREE STORES Aktie) ) bietet für den Konkurrenten Family Dollar Stores ( WKN: 859612 ( FAMILY DOLLAR STORES Aktie) ) ungerechnet 74,50 Dollar je Aktie, wobei 59,60 Dollar in bar und der Rest in Aktien geboten wird. Durch diese Transaktion hofft man dem Platzhirsch Wal-Mart ( WKN: 860853 ( WAL-MART Aktie) ) besser Paroli bieten zu können. Der Paketdienst UPS ( WKN: 929198 ( UPS Aktie) ) meldete am Dienstag die Zahlen für das vergangene Quartal. Der gesunkene Quartalsgewinn veranlasste das Unternehmen auch die Jahresprognose nach unten zu korrigieren. Bisher war man von einem Ergebnis von 5,09 Dollar für das Gesamtjahr ausgegangen und hat nun einen Bereich von 4,90 Dollar bis fünf Dollar angesetzt. Die Aktie verlor über drei Prozent. Die Aktien von Twitter ( WKN: A1W6XZ ( TWITTER INC. Aktie) ) erlebten zur Wochenmitte ein Kursfeuerwerk. Fast 20 Prozent Kurssprung konnte die Aktien der Kurznachrichtendienst feiern, nach dem das Unternehmen schneller als erwartet wächst.

Der japanische Aktienmarkt konnte sein Jahreshoch vom Mittwoch mit 15.646 Punkten nicht ganz halten und schließt die Berichtswoche knapp darunter mit 15.620 Zählern. Dies stellt einen Wochengewinn von 336 Punkten dar. Mit Spannung erwartet wurde am Donnerstag nach Börsenschluss das Quartalsergebnis von Sony Corp. ( WKN: 853687 ( SONY Aktie) ). Ausnahmsweise wurde der Markt diesmal positiv von den Zahlen überrascht. Sony Corp. schloss das erste Quartal im neuen Fiskaljahr mit einem Nettoergebnis von 26,8 Milliarden Yen ab und erwartet wurden 11,5 Milliarden Yen Verlust. Die Aktie von Sony stieg daraufhin im Handel hier in Deutschland um gut drei Prozent. Auch das Quartalsergebnis von Seiko Epson ( WKN: 471496 ( SEIKO EPSON Aktie) ) übertraf die Prognosen und dementsprechend wird auch diese Aktie stark über dem letzten Kurs aus Japan gehandelt. Natürlich gab es auch Quartalsergebnisse, die den Erwartungen nicht gerecht werden konnten, darunter zum Beispiel die von Toshiba Corp. ( WKN: 853676 ( TOSHIBA Aktie) ) oder die von Shiseido ( WKN: 854002 ( SHISEIDO Aktie) ). Aber das Augenmerk richtet sich in Stuttgart ganz klar auf Sony.

Die österreichische Erste Group ( WKN: 909943 ( ERSTE BANK Aktie) ) hat im zweiten Quartal 2014 einen Nettoverlust von 1,03 Milliarden Euro erleiden müssen. Im Vorjahreszeitraum wurde noch ein Gewinn von 125,5 Millionen Euro erzielt. Hauptgründe für diesen Verlust sind Firmenwertabschreibungen in Rumänien und Einbußen durch ein neues Kreditgesetz in Ungarn. Analysten sind sogar von einem Verlust von 1,1 Milliarden Euro ausgegangen. Für das kommende Geschäftsjahr 2015 stellt die Gesellschaft wieder stabile Erträge in Aussicht. In einem insgesamt schwachen Gesamtmarkt stieg die Aktie um rund 1,5 Prozent auf 19,78 Euro.

Die Aktien der portugiesischen Banco Espirito Santo ( WKN: 883549 ( BANCO ESPIRITO SANTO Aktie) ) haben wieder eine aufregende Handelswoche hinter sich gebracht. Am gestrigen Mittwoch wurden nach Börsenschluss die Geschäftszahlen für das 1. Halbjahr 2014 veröffentlicht. Nach dem die Veröffentlichung der Zahlen um mehrere Tage verschoben wurde, kam die Notierung bereits im Vorfeld unter Druck. Das Unternehmen musste einen Verlust in Höhe von 3,6 Milliarden Euro vermelden, welcher die frei verfügbaren Mittel in Höhe von 2,1 Milliarden deutlich übersteigt. Als Folge des Verlustes muss das Unternehmen dringend sein Kapital erhöhen oder staatliche Hilfe in Anspruch nehmen. Die BES-Aktien fielen am Donnerstagmorgen an der Börse Stuttgart um 50 Prozent auf einen Tiefstkurs von 0,17 Euro, konnten sich jedoch bis zum Nachmittag auf 0,22 Euro erholen. Bei hohen Umsätzen belegte der Wert den ersten Platz der meistgehandelten Auslandsaktien an der Börse Stuttgart.

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Quelle: Boerse Stuttgart AG

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