STUTTGART (BOERSE STUTTGART GMBH) - Aktien-Marktbericht der Börse Stuttgart

Direkt vom Parkett: Diese Aktien stehen diese Woche im Fokus

Deutschland

Nach einem holprigen Wochenstart mit zwei Verlusttagen in Folge wendete sich das Blatt am deutschen Aktienmarkt zur Wochenmitte. Nachdem die Sorgen rund um einen schlecht ausgefallenen Geschäftsklimaindex und staatliche Eingriffe in China abgeschüttelt waren, kämpfte sich der DAX wieder bis auf rund 15.650 Punkte vor - und notiert damit etwa auf demselben Niveau wie eine Woche zuvor.

Eine wahre Zahlenflut wartet dann in der kommenden Woche auf die Anleger: Über ein Dutzend Konzerne aus dem DAX legt neue Quartalsberichte vor - allein am Donnerstag öffnen mit Adidas, Bayer, Continental, Deutsche Post, Merck und Siemens gleich sechs DAX-Unternehmen ihre Bücher. Als Spitzenreiter unter den meistgehandelten Inlandsaktien in Stuttgart kann die Daimler-Aktie auf Wochensicht knapp 6% auf nun 76,20 Euro zulegen. Vergangenen Donnerstag hatte Daimler bei einem Investorentag verkündet, künftig das gesamte Mercedes-Geschäft auf elektrisches Fahren auszurichten. So soll bereites 2025 die Hälfte der Neuverkäufe auf vollelektrische oder Plug-in-Autos entfallen. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2021 machten vollelektrische Pkw nur etwas mehr als 3% der verkauften Autos aus. Viele Orders gaben die Anleger in Stuttgart auch bei der SAP-Aktie auf, die auf Wochensicht nahezu unverändert bei rund 121 Euro steht. Nachdem das DAX-Schwergewicht letzte Woche erneut seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr angehoben hatte, äußerten sich in den letzten Tagen einige Analysten zum Software-Riesen. Während die Analysten von Barclays, der Baader Bank, von Goldman Sachs und Warburg Research die SAP-Aktie zum Kauf empfehlen, bleiben JP Morgan, die UBS und die DZ Bank „neutral“ an der Seitenlinie. Lobend äußerten sich dabei viele Analysten im Hinblick auf das Cloud-Geschäft.

International

In den USA neigt sich eine erfolgreiche Handelswoche dem Ende zu: Angetrieben vom Schwung positiver Unternehmenszahlen markierten Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq zum Wochenstart jeweils neue Allzeithochs. Neben den Quartalszahlen der Tech-Giganten rund um Alphabet, Amazon, Apple, Facebook und Microsoft richteten sich die Blicke der Anleger dabei vor allem auf die Sitzung der US-Notenbank.

Diese hielt jedoch keine großen Überraschungen bereit: So bleibt der Leitzins weiter unverändert zwischen 0 und 0,25% und auch die Wertpapierkäufe zur Stützung der Wirtschaft werden im bisherigen Tempo fortgeführt. Zwar spiele die Fed derzeit Szenarien durch, wie die milliardenschweren Konjunkturhilfen verringert werden könnten, allerdings sei die Notenbank noch nicht bereit, mit dem Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik zu beginnen. Als mit Abstand meistgehandelter Wert auf dem Stuttgarter Parkett kann die BioNTech-Aktie auf Wochensicht über 20% zulegen - und ganz nebenbei bei über 275 Euro ein neues Allzeithoch markieren. Für Schwung sorgte zum einen die Ankündigung der USA, weitere 200 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs für Kinder und Auffrischungsimpfungen zu kaufen. Zum anderen hob der Partner Pfizer dank der nach wie vor hohen Impfstoff-Nachfrage seine Umsatzprognose für das laufende Jahr an. Hier versprechen sich die Anleger wohl auch für BioNTech positive Signale - die Mainzer legen am 9. August Zahlen fürs zweite Quartal vor. Neben BioNTech handelten die Stuttgarter Anleger in dieser Woche auch die Moderna-Aktie rege - und dürfen sich auf Monatssicht über ein Plus von stolzen 48% freuen. Am vergangenen Freitag hatte die europäische Arzneimittelbehörde den Corona-Impfstoff von Moderna für die Impfung von Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren freigegeben. Den klinischen Studien zufolge lag die Wirksamkeit bei 100%. Damit folgt Moderna dem „Konkurrenten“ BioNTech, dessen Impfstoff von der EU für Kinder und Jugendliche bereits Ende Mai grünes Licht erhielt.

Spezialeinblick

Während die US-Indizes ihre Rekordjagd derzeit fröhlich fortsetzen, zeigt sich auf der anderen Seite des Pazifiks ein ganz anderes Bild: Die Aktien chinesischer Tech-Werte wie Tencent, Alibaba & Co. gerieten in den letzten Tagen gehörig unter Druck. Zuvor hatte die chinesische Regierung eine Reihe neuer Regeln erlassen, die unter anderem den privaten und zum Teil börsennotierten Bildungssektor zur Gemeinnützigkeit zwingen oder für eine bessere Bezahlung von Essenslieferanten sorgen sollen. Dieser Schritt könnte die Gewinne chinesischer Tech-Unternehmen stark beeinträchtigen - und ließ Anleger regelrecht aus den Papieren fliehen.

So sollen ausländische Investoren allein am Montag laut Bloomberg-Angaben chinesische Festlandaktien im Wert von zwei Milliarden US-Dollar verkauft haben. Und so verlieren Aktien wie Alibaba oder Tencent auf Wochensicht über 8% beziehungsweise sogar mehr als 11%. Zwar riefen die Verluste im Anschluss vermeintliche Schnäppchenjäger auf den Plan, die die Kurse wohl zum Einstieg nutzten - doch ob Anleger nach den jüngsten Entwicklungen so schnell wieder Vertrauen in chinesische Aktien fassen, bleibt vorerst offen.

Disclaimer:

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Quelle: Boerse Stuttgart GmbH, www.boerse-stuttgart.de

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