STUTTGART (BOERSE-STUTTGART AG) - Bonds Weenkly, 12.02.2010

Sorgenkind Griechenland dominiert Marktgeschehen

In der vergangenen Woche standen die finanziellen Probleme und die Unterstützung für Griechenland im Fokus des Marktgeschehens. Der Bund Future musste per Saldo Kursverluste hinnehmen und kämpft aktuell mit der Marke von 123 Zählern.

Zum Wochenauftakt sorgten sich die Anleger ? trotz zuversichtlicher Aussagen der EU-Finanzminister und Notenbankchefs ? wieder um das Dauerthema Griechenland und griechische Anleihen gerieten unter Abgabedruck. An einem nachrichtenarmen Tag wurde der Bund-Future von freundlichen Aktienmärkten belastet und gab 29 Ticks nach.

Am Dienstag keimte Hoffnung auf Unterstützung für die Hellenen durch die EU auf und der Bund-Future gab die zuvor erzielten Kursgewinne fast vollständig ab. Einmal mehr war der Datenkalender dürftig gefüllt und konnte keine Impulse liefern.

Zu Wochenmitte präsentierte sich der Bund-Future von seiner volatilen Seite. Nach anfänglichen Kursverlusten aufgrund aufkeimender Hoffnungen für Griechenland-Hilfe, konnte sich das Anleihenbarometer fast komplett von seinen Verlusten erholen, um gegen Ende wieder deutlicher ins Minus zu drehen. Am Nachmittag hinterließen die Aussagen des US-Notenbankchefs Ben Bernanke deutliche Spuren. Marktteilnehmer waren sich nicht einig, inwieweit die Worte als Ankündigung für schneller als bislang erwartete Zinserhöhung zu deuten sind.

Auf dem EU-Sondergipfel am Donnerstag bekannten sich die EU-Mitglieder zu Griechenland. Die Freude der Börsianer hielt aber nur kurze Zeit an. Denn sie vermissten Details und zeigten sich enttäuscht, dass konkrete Maßnahmen erst in der kommenden Woche beschlossen werden. ?Auch soll es kein Blanko-Scheck sein, der Griechenland ausgestellt wird. Die Staats- und Regierungschefs fordern von Athen vielmehr einen deutlichen Sparkurs, der begleitet und überwacht werden wird. Nur im Notfall soll eine direkte Unterstützung erfolgen?, berichtet die Leiterin des Rentenhandels Sabine Traub. Die überraschend niedrigen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe fanden am Markt kaum Beachtung.

Die Veröffentlichung des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) am Freitagmorgen fiel mit einer Stagnation für das 4. Quartal 2009 und mit minus 1,7 Prozent für gesamt 2009 etwas schlechter aus als erwartet. Für die gesamte Eurozone wurde ein BIP von plus 0,1 Prozent für das 4. Quartal und für das Gesamtjahr ein Minus von 2,1 Prozent bekanntgegeben. Auch hier lagen die Zahlen unter den Erwartungen der Experten, was dem Anleihenmarkt einen Schub versetzte und den Bund-Future auf über 123,40 Punkte hievte.

Anlegertrends: Griechenland-Anleihen weiter im Rampenlicht

Griechenland-Anleihen standen einmal mehr im Fokus der Anleger. In den ersten beiden Handelstagen waren zahlreiche private Käufer am Markt vertreten, die in der Erwartung von staatlicher Unterstützung für das hochverschuldete Land einstiegen. Am Mittwoch verdichteten sich die Gerüchte um EU-Hilfe und die Anleihen konnten je nach Laufzeit um bis zu fünf Prozent zulegen. Der EU-Gipfel brachte nicht die erwarteten Ergebnisse und Griechenland-Anleihen hatten im volatilen Handel am Donnerstag leichte Kursverluste zu beklagen.

Argentinien-Anleihen verloren in den vergangenen Tagen über alle Laufzeiten hinweg an Wert. ?Neue Nachrichten aus dem Tango-Staat kamen nicht an den Markt. Vermutlich sind einige Anleger enttäuscht, weil das von Argentinien angekündigte Umtausch-Angebot für die notleidenden Papiere noch nicht veröffentlicht wurde. Anleger hatten im Rahmen des Weltwirtschaftsforums in Davos bereits auf Neuigkeiten gewartet?, berichtet der Anleihenhändler Iwan Benzler.

Casino Guichard Perrachon, einer der größten Lebensmittelkonzerne Frankreichs, hat eine neue Unternehmensanleihe emittiert, die auch in Stuttgart handelbar ist. Bei 4,379 Prozent liegt der Kupon, am 8. Februar 2017 wird die Anleihe fällig. Die kleinste handelbare Einheit beträgt 50.000 Euro nominal ( WKN: A1ATCQ ).

Seit Mittwoch ist eine neue Frankreich-Anleihe an der Börse Stuttgart handelbar ( WKN: A1AS9F ). Die Neuemission ist mit einem festen Kupon von 3,5 Prozent ausgestattet und läuft bis zum 25. April 2020. Kleinste handelbare Einheit ist 1,00 Euro nominal.

Per Donnerstag wurde eine neue Anleihe der niederländischen Rabobank in den Handel aufgenommen. Bei 3,00 Prozent liegt der feste Kupon, am 16. Februar 2015 endet die Laufzeit. Das Emissionsvolumen beträgt 1,75 Milliarden Euro, die Mindeststückelung beträgt 1.000 Euro nominal ( WKN: A1ATJL ).

Der Lebensmittelkonzern Metro hat eine neue Anleihe emittiert, die ab Donnerstag kommender Woche in Stuttgart gelistet ist ( WKN: A1C92S ). Die siebenjährige Anleihe verzinst sich mit einem Kupon von 4,25 Prozent und ist mit einer privatanlegerfreundlichen Stückelung von 1.000 Euro nominal ausgestattet.

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