Nürnberg (dpa) - Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, geht auch für das kommende Jahr von sinkenden Arbeitslosenzahlen und steigender Beschäftigung aus. «Wir schauen weiter positiv in die Zukunft», sagte Scheele der Deutschen Presse-Agentur.

Allerdings werde es nicht ganz so dynamisch weitergehen wie in diesem Jahr. Eine Trendwende sei trotz internationaler Unsicherheiten aber nicht in Sicht.

Die Zahl der Arbeitslosen werde voraussichtlich um 120.000 sinken. Dies prognostiziere das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), die unabhängige Denkfabrik der BA. «Das ist schon ein guter Ausblick», betonte Scheele.

Zuletzt war die Arbeitslosenquote auf 4,8 Prozent gesunken. Die Zahl der Menschen ohne Job lag im November nach BA-Statistik bei 2,186 Millionen. Die Zwei-Millionen-Marke rückt damit in greifbare Nähe. Dass sie 2019 geknackt wird, glaubt Scheele aber nicht. «Ich gehe nächstes Jahr nicht von unter zwei Millionen Arbeitslosen aus.» Im Winter gehe die Zahl der Menschen ohne Job zunächst saisonbedingt wieder nach oben. «In der Regel im fünfstelligen Bereich.»

Risiken für den Arbeitsmarkt sieht der BA-Chef vor allem im Fachkräftemangel. «Da kommt es wirklich darauf an, dass wir das inländische Erwerbspersonenpotenzial voll ausschöpfen - die Teilzeitquote vielleicht erhöhen und keinen am Übergang von der Schule in den Beruf zurücklassen.» Auch das geplante Fachkräftezuwanderungsgesetz werde einen Beitrag leisten können. «Den Königsweg gibt es nicht.» Doch beim Zusammenwirken aller Möglichkeiten könne es gelingen.

Angesichts der von den USA ausgehenden Handelsstreitigkeiten mit China bleibe die BA dabei: «Wir sehen nicht, dass das auf den deutschen Arbeitsmarkt durchschlagen wird.» Beim Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union (Brexit) seien die Folgen schwer absehbar. Prinzipiell müsse man sagen: Der Arbeitsmarkt habe sich etwas abgekoppelt von der Konjunktur, durch eine hohe Zahl von Dienstleistungs- sowie Sozial- und Erziehungsberufen.

Für 2018 zog Scheele eine positive Bilanz. «Der Frühjahrsaufschwung war besser als erwartet und hat früher eingesetzt.» Immer weniger Menschen rutschten in die Grundsicherung. «Alles in allem muss man sagen, das war ein tolles Jahr.»

Der Arbeitsmarkt im November