BERLIN (dpa-AFX) - Grünen-Chefin Annalena Baerbock hat an die Länder appelliert, auch im schärferen Lockdown im Kampf gegen die Corona-Pandemie Kitas und Schulen nicht auf Notbetreuung umzustellen. "Gerade für Eltern ist es wahnsinnig wichtig, dass die nächsten Tage jetzt nicht total chaotisch werden", sagte Baerbock am Montag in Berlin. Deswegen halte ich es für essenziell, dass das, was vereinbart wurde - Kitas und Schulen offen zu halten, aber Kinder vom Präsenzunterricht zu befreien - auch so umgesetzt wird, und jetzt nicht an einzelnen Orten angefangen wird, auf Notfallbetreuung umzustellen."

Eine solche Notfallbetreuung etwa nur für Kinder von Eltern aus bestimmten Berufsgruppen würde dazu führen, dass Gruppen sogar größer werden könnten statt kleiner, argumentierte Baerbock. "Wenn man Kitas, wenn man Grundschulen offen lässt, aber an alle appelliert zu Hause zu bleiben, dann schafft man gerade für diejenigen Entlastung, die familiär keine andere Möglichkeit haben, weil sie berufstätig sind, weil sie Kinder nicht selber betreuen können, entzerrt aber wirklich vehement die Situation in den Klassenräumen."

Es dürfe politisch eine Weihnachtspause geben, forderte Baerbock. Man müsse geordneter aus der Phase des Lockdowns hinausgehen, als man hineingehe.

Die geplanten Einschränkungen über Weihnachten treffen auch Baerbock persönlich: Eigentlich feiere sie immer "sehr groß mit Großfamilie, mit vielen Kindern unterm Tannenbaum", sagte sie. Dieses Jahr werde sie "ganz vertraut und klein zu viert leider nur" feiern. Baerbock und ihr Mann haben zwei Töchter./ted/DP/eas