BERLIN/LIVERPOOL (dpa-AFX) - Außenministerin Annalena Baerbock will den Kampf gegen die Klimakrise zu einem der Schwerpunkte des deutschen Vorsitzes der Runde der führenden westlichen Wirtschaftsnationen (G7) machen. "Wir können uns der Illusion hingeben, dass der Westen eine Insel ist, aber auch auf dieser steigt das Wasser weiter unaufhaltsam an, wenn wir jetzt nicht handeln", sagte die Grünen-Politikerin am Freitag vor ihrer Reise zum Treffen der G7-Außenminister am Wochenende in Liverpool. "Deswegen werden wir auch den gemeinsamen Umgang mit der Klimakrise zu einem der Schwerpunkte unseres G7-Vorsitzes im nächsten Jahr machen."

Deutschland übernimmt im kommenden Jahr nach sieben Jahren turnusgemäß wieder den Vorsitz der G7 - dazu zählen außerdem Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und die USA.

Auch in Liverpool werde man über die Klimakrise und darüber sprechen müssen, welche Auswirkungen diese im Bereich Frieden und Sicherheit habe, sagte Baerbock. Dies gelte für die besonders betroffenen Schwellen- und Entwicklungsländer, aber auch direkt für Europa. Thematisiert werden sollen zudem die russischen Militärbewegungen im Grenzgebiet zur Ukraine und das Verhältnis zu China.

Baerbock kehrte am Freitagabend von einer ersten Serie von Antrittsbesuchen in Paris, Brüssel und Warschau nur kurzzeitig nach Berlin zurück und flog direkt nach Liverpool weiter. Die Verknüpfung der Reisen zu dem G7-Treffen und am Montag zum EU-Außenrat in Brüssel sei zeitlich zwar Zufall, inhaltlich bestehe jedoch eine starke Verbindung. In EU und G7 seien "viele unserer engsten internationalen Partner und Freunde versammelt." Mit ihnen teile Deutschland gemeinsame Werte - Demokratie, Menschenrechte und den Einsatz für eine internationale Ordnung, die auf Regeln und nicht auf dem Recht des Stärkeren beruhe./bk/DP/stw