BERLIN (dpa-AFX) - Die Grünen-Spitze sieht sich nach dem Stimmzuwachs bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen in ihrem Kurs auch für die Bundestagswahl bestätigt. Der Erfolg im bevölkerungsreichsten Bundesland sei "nur der Anfang und eine sehr, sehr gute Startrampe für die nächsten zwölf Monate", sagte Parteichefin Annalena Baerbock am Montag in Berlin. Bei Kommunalwahlen gehe es um die Lage vor Ort, etwa Anbindung des ländlichen Raums, Müllabfuhr, Innenstädte oder Freibäder. "Dieser Ansatz, in die Breite der Gesellschaft zu gehen, die Breite der Themen zu bespielen, das werden wir in den nächsten zwölf Monaten noch intensiver weiter vorantreiben."

Dass die Grünen in NRW - anders als bei der Europawahl - hinter der SPD gelandet sind, ist aus Baerbocks Sicht "alles andere als ein Wermutstropfen". Das Bundesland sei schließlich die "ehemalige Herzkammer der Sozialdemokratie" und man befinde sich "mitten in einer Pandemie", die eigentlich eine Zeit für die Regierung sei.

Baerbock hob hervor, dass die Grünen nicht nur in Großstädten, "sondern gerade auch im ländlichen Raum, in vielen Mittelstädten und auch kleinen Städten, in Landkreisen" zugelegt hätten. Traditionell schneiden die Grünen in Großstädten, insbesondere in Uni-Städten relativ stark ab und auf dem Land deutlich schwächer.

Bei den jungen Wählern von 16 bis 24 Jahren waren die Grüne stärkste Kraft geworden. Das Wählen ab 16 zu erlauben, sei "im Sinne der Demokratie" wichtig gewesen, auch unabhängig von den Grünen, sagte Baerbock. Die Grünen hätten davon profitiert, allerdings seien sie insgesamt bei jüngeren Wählern stark. Die Partei setzt sich dafür ein, auch im Bund das Wahlalter auf 16 abzusenken./ted/DP/men