BERLIN (dpa-AFX) - In ICE und Intercity steigen etwa halb so viele Fahrgäste wie vor Ausbruch der Corona-Seuche. "Derzeit haben unsere Züge eine durchschnittliche Auslastung von rund 30 Prozent", sagte der Fernverkehrschef der Deutschen Bahn, Michael Peterson, der Wochenzeitung "Die Zeit". Das sei etwa die Hälfte des Vorjahreswertes.

An diesem Donnerstag will die Bahn ihre Bilanz für das erste Halbjahr vorstellen. Unter anderem wegen der Folgen der Pandemie fuhr der Staatskonzern einen Verlust von 3,7 Milliarden Euro ein, wie vorab bekannt wurde. Obwohl die Fahrgastzahl im März eingebrochen war, ließ die Bahn einen Großteil der Züge weiterfahren.

"Menschen gerade in systemrelevanten Berufen in der Krise zu befördern, da haben wir uns als Bahn ganz klar in der Pflicht gesehen", erklärte Peterson. Die FDP im Bundestag warnte, die Bahn werde zum Fass ohne Boden für die Steuerzahler. Der Bund dürfe die Finanzlöcher nicht mit immer mehr Geld stopfen, sondern er müsse die Bahn grundlegend umbauen./bf/DP/fba