BERLIN (dpa-AFX) - Der Bund will zahlreiche Bahnhöfe in Deutschland attraktiver machen. "Die Fahrgäste wünschen sich moderne, saubere und barrierefreie Bahnhöfe", sagte Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) am Donnerstag in Berlin. Dies lade ein, auf die Bahn umzusteigen. Ziel seien sicht- und erlebbare Verbesserungen für die Reisenden. Es gebe Handlungsbedarf, dies stehe außer Frage.

Konkret geht es um ein "BahnhofskonzeptPlus". So ist an 111 kleineren Bahnhöfen sowie an rund 50 mittelgroßen Bahnhöfen ein barrierefreier Umbau geplant, indem etwa Rampen oder Aufzüge finanziert werden oder bessere Informationen für die Reisenden zur Verfügung stehen. Bei den mittelgroßen Bahnhöfen geben die Länder Mittel dazu.

Daneben geht es laut Ministerium um die Modernisierung von 40 kleinen und mittleren Empfangsgebäuden in Bahnhöfen, um den Aufenthalt für die Kunden angenehmer zu machen. Geplant sind zum Beispiel neugestaltete Wartebereiche sowie energetisch erneuerte Dächer und Fassaden. Auch um das Handwerk in der Corona-Krise zu stärken, war bereits 2020 ein Bahnhofsprogramm gestartet worden, das weiterläuft. Dabei geht es um kleinere Maßnahmen wie neue Bänke oder Böden.

Scheuer sprach neben anderen geplanten Maßnahmen von Gesamtinvestitionen von mehr als fünf Milliarden Euro in mehr als 3000 Bahnhöfe. Das Ministerium gehe damit über das im Koalitionsvertrag vereinbarte "1000-Bahnhöfe-Programm" hinaus.

Der Infrastrukturvorstand der Deutschen Bahn, Ronald Pofalla, sagte: "Renovierte Bahnhöfe mit barrierefreien Zugängen und digitaler Reisendeninformation - das ist das Ziel. Davon profitieren unsere Gäste in den Metropolen genauso wie im ländlichen Raum." Bundesweit hat die Deutsche Bahn nach Angaben des Unternehmens rund 5700 Bahnhöfe, davon betreibt sie rund 700 Bahnhofsgebäude./hoe/DP/mis