Nach der beschlossenen Zinserhöhung durch die US-Notenbank Fed hat der Goldpreis zugelegt. Für die Analysten von Goldman Sachs ist das keine Überraschung. Sie sehen das Edelmetall im Aufwind.

Am Donnerstag liegt der Goldpreis knapp ein Prozent im Plus, bei rund 1.950 US-Dollar. Und das trotz der Leitzinsanhebung um 0,25 Prozentpunkte. Ein solcher Schritt führt in der Regel zu steigender Nachfrage nach Staatsanleihen oder Bonds. Zudem stärkt eine Erhöhung der Zinsen in der Regel auch den Dollarkurs, was Druck auf den Goldpreis auslöst.

Dennoch kann sich der Goldpreis am Tag nach der Fed-Entscheidung auf hohem Niveau behaupten. Auf Monatssicht liegt das Plus aktuell bei 1,5 Prozent. Experten sehen die Gründe vor allem im Krieg in der Ukraine und den hohen Inflationsraten. Jeff Currie, Rohstoffexperte bei Goldman Sachs, erwartet in Zukunft sogar neue Höchststände. "Für Gold ist es im Moment ein perfekter Aufschwung“, erklärte er gegenüber Bloomberg.

Es gebe im Moment eine Vielzahl an Gründen, sich mit dem gelben Edelmetall einzudecken. "Zum einen gibt es eine echte Nachfrage der Anleger nach Gold aufgrund von Inflationsängsten und Rezessionsabschwüngen in Ländern in Europa", sagte Currie. Auch würden Gold-ETFs ihre Bestände seit 2020 erstmals wieder stark ausbauen, wie das Online-Portal "Cash“ schreibt. So sei mit einer noch schnelleren Dynamik in diesem Bereich zu rechnen, da der Markt das langsamere Wachstum in den USA noch nicht eingepreist habe, aber nur so die Inflation beherrscht werden könne.

Aber auch von Seiten der Zentralbanken sieht Analyst Currie einen deutlich erhöhten Nachfrageanstieg, ausgelöst durch geopolitische Unsicherheiten und zur Absicherung und Diversifizierung. "Die Nachfrage der Zentralbanken ist in diesem Jahr auf etwa 750 Tonnen gestiegen, was einen neuen Rekord darstellt."

Die Erholung der Konjunktur in Asien treibe auch die physische Nachfrage wieder an, „Insbesondere aus Ländern wie China und Indien". Schon im vierten Quartal 2021 sei eine deutliche Tendenz zu erkennen gewesen.

"Wenn man alles zusammenzählt, ist es die stärkste Nachfrage auf allen drei Kanälen, die wir je erlebt haben", lautet Curries Fazit. Eine ähnlich starke Nachfrage, die von allen wichtigen Treibern ausging, habe man zuletzt zwischen 2010 und 2011 erlebt. In diesem Zeitraum habe sich der Goldpreis um 70 Prozent verteuert. Deswegen geht der Analyst von einem baldigen Anstieg aus. Innerhalb der nächsten drei Monate könne der Kurs auf 2.300 US-Dollar je Feinunze springen, in sechs Monaten soll er sogar bei 2.500 US-Dollar liegen. Für März 2023 prognostiziert Currie ebenfalls einen Preis von 2.500 US-Dollar.

Maria Windisch, wallstreet:online Zentralredaktion


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