Auch wenn die Corona-Krise seit inzwischen über einem Jahr im Fokus der medialen Aufmerksamkeit steht, bleibt das Thema erneuerbare Energien brandaktuell und dürfte für Anleger weiterhin Gewinnperspektiven eröffnen. Ein aussichtsreicher Bereich, der nach wie vor von vielen Investoren mit Spannung verfolgt wird, ist die Wasserstoff-Branche.

Der Rohstoff Wasserstoff hat sich inzwischen den Ruf erarbeitet, ein unverzichtbarer Baustein der Energiewende zu sein. Vielen Experten zufolge dürfte sich Wasserstoff in den nächsten Jahrzehnten zu einem der wichtigsten Energieträgern entwickeln. Problematisch ist hier aber weiterhin, dass die Produktion von grünem Wasserstoff teuer ist und es deshalb noch lange dauern könnte, bis sich die Energiegewinnung aus Wasserstoff großflächig durchsetzen wird. Gemeint ist damit Wasserstoff, der aus den regenerativen Energieträgern Wasser, Wind und Sonne produziert wird.

Bund prescht bei Wasserstoff voran

Um hierbei in den kommenden Jahren voranzukommen, will der Bund die globale Wasserstoff-Produktion mit dem Projekt „H2 Global“ fördern. Mit dem dazu nun von dem Bundestag beschlossenen Nachtragshaushalt kann H2 Global voraussichtlich noch im Laufe dieses Jahres die Arbeit aufnehmen. Bewilligt wurden 900 Mio. Euro, die über einen Zeitraum von zehn Jahren investiert werden sollen.

Laut dem Chef des Deutschen Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verbands (DWV), Werner Diwald, können nun bis zu 500 Megawatt an Elektrolyseuren zur Produktion von grünem Wasserstoff im Umfang von 40.000 Tonnen pro Jahr realisiert werden. Diwald nannte die Entscheidung einen wichtigen Meilenstein für den industriellen Hochlauf der deutschen Wasserstoffindustrie und für den Aufbau internationaler Wasserstoff-Energiepartnerschaften.

Dem Wirtschaftsministerium zufolge spielt die Zusammenarbeit mit Drittstaaten zur Umsetzung der Wasserstoffstrategie eine wichtige Rolle, weil Deutschland den prognostizierten Bedarf an grünem Wasserstoff nicht allein durch die heimische Produktion werde decken können.

Industrie setzt auf Wasserstoff

Auch die deutsche Industrie setzt auf Wasserstoff als umweltschonende Energiealternative große Hoffnungen. Ein Beispiel hierfür ist der Industriegase-Hersteller Linde (WKN: A2DSYC / ISIN: IE00BZ12WP82), der auch in der Wasserstoff-Produktion aktiv ist. Der DAX-Konzern will bis zu 100 Mrd. Euro investieren und so das Wasserstoffgeschäft in den kommenden Jahren vervierfachen.

Die Investitionen dürften sich auszahlen, geht es nach der Einschätzung der Bank of America. Das US-Geldhaus hält es für möglich, dass bis 2050 weltweit jährlich vier Bio. US-Dollar durch die grüne Wasserstoff-Industrie und verwandte Wirtschaftszweige umgesetzt werden könnten.

Ballard Power: Brennstoffzellen-Pionier

Dementsprechend groß sind auch die Wachstumspotenziale der reinen Wasserstoff-Unternehmen, die im zurückliegenden Jahr 2020 an den Börsen einen regelrechten Hype erlebten. Dazu gehörte zum Beispiel Ballard Power Systems (WKN: A0RENB / ISIN: CA0585861085), einer der weltweit führenden Pioniere im Bereich der Brennstoffzellen-Entwicklung.

Nachdem die Ballard-Power-Aktie monatelang quasi durch die Decke schoss und im Februar dieses Jahres ein Mehrjahres-Top bei 34,80 Euro markierte, folgte bis Anfang Mai ein steiler Kursabsturz.

Die Quartalszahlen enttäuschten

Viele Anleger fragen sich jetzt natürlich, ob der Ballard-Power-Hype damit vorerst beendet ist, oder ob sich die wieder niedrigeren Kurse zum günstigen Einstieg anbieten. Dementsprechend mit Spannung erwartet wurden die Zahlen zum ersten Quartal, die nun veröffentlicht worden sind und eher enttäuschend ausfielen.

So gaben die Erlöse im Zeitraum Januar bis März gegenüber dem ersten Quartal 2020 um 26 Prozent auf 17,6 Mio. US-Dollar nach. Die Analysten rechneten mit einem Umsatz von im Schnitt 26 Mio. US-Dollar.

Das Ergebnis je Aktie lag mit minus 0,06 US-Dollar auf Höhe des Vorjahreswertes (minus 0,06 US-Dollar). Branchenexperten gingen hier nur von einem Verlust von 0,04 US-Dollar je Aktie aus.

Hohe Investitionen in das Wachstum

Dass nach wie vor Verluste zu Buche stehen, erklärte Ballard Power bereits bei der Bekanntgabe der 2020er-Zahlen mit nach wie vor hohen Investitionen in das weitere Unternehmenswachstum, wozu unter anderem das Weichai-Ballard-Joint-Venture in China gehörte. Was die weitere Geschäftsentwicklung anbelangt, gibt sich der Ballard-Vorstand weiterhin zuversichtlich. So sollen die Produktionskapazitäten ausgebaut und neue strategische Übernahmen und Partnerschaften geschlossen werden.

Zahlreiche neue Partnerschaften

Ballard Power konnte in den vergangenen Monaten immer wieder mit neuen Erfolgsmeldungen aufwarten. Am 3. Mai wurde beispielsweise eine neue Kooperation mit dem kanadischen Automobilzulieferer Linamar bekanntgegeben. Im Rahmen der Zusammenarbeit sollen Brennstoffzellen-Lösungen für leichte Nutzfahrzeuge entwickelt werden, die dann zunächst in Nordamerika und Europa vertrieben werden sollen.

Außerdem will zum Beispiel Canadian Pacific künftig Brennstoffzellen-Module von Ballard in ihrem Wasserstoff-Lokomotiven-Programm einsetzen. Im Rahmen des Programms will die Eisenbahngesellschaft die erste wasserstoffbetriebene Güterzuglokomotive Nordamerikas entwickeln.

Positiver Ausblick

Diese neue Kooperation ist nur eine von vielen, weshalb Branchenexperten bei Ballard Power mittel- und langfristig mit einem starken Unternehmenswachstum rechnen. Für das Gesamtjahr 2021 wird ein Umsatz von im Schnitt 123 Mio. US-Dollar prognostiziert (2020: 104 Mio. US-Dollar). Bis zum Jahr 2025 könnten die Erlöse laut den Schätzungen auf 567 Mio. US-Dollar ansteigen.

Hohe Rückschlagsgefahr

Nach der Bekanntgabe der neuesten Quartalszahlen ist die Aktie von Ballard Power am Dienstagmorgen mit einem Minus von zeitweise über sieben Prozent in den Handel gestartet (aktuell: 15,50 Euro). Die laufende Korrektur zeigt, dass die Rückschlagsgefahr gerade bei den reinen Wasserstoff-Playern groß ist, auch wenn sich hier mittel- und langfristig hervorragende Gewinnperspektiven eröffnen können.

Um das Risiko einzudämmen, kann sich ein Blick auf den E-Mobilität Wasserstoff Index lohnen, in dem neben Ballard Power und Linde noch sieben weitere Unternehmen enthalten sind, die in diesem Sektor engagiert sind. Investierbar ist der Index beispielsweise über das folgende Long-Zertifikat (WKN: MC8PFM / ISIN: DE000MC8PFM6).

Bildquelle: Ballard Power

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