Die monatliche Umfrage der Bank of America unter fast 300 Fondsmanagern weltweit zeigt einen Anstieg der Bargeldbestände und einen starken Rückgang der Engagements in Technologieunternehmen.

Die Barmittelbestände globaler Fondsmanager sind mit durchschnittlich 6,1 Prozent auf den höchsten Stand seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 gestiegen. Das ergab die monatliche Umfrage der Bank of America unter fast 300 Fondsmanagern.

Die Umschichtung in Barmittel fällt mit einer deutlichen Abschwächung der Erwartungen an die Unternehmensgewinne zusammen. Im Mai gaben 66 Prozent der Fondsmanager an, dass sie mit einer Abschwächung der weltweiten Gewinne rechnen. Das ist wie die Financial Times berichtet ein Tiefstand, der mit anderen Krisenzeiten vergleichbar sei, wie zum Beispiel Lehman Brothers im Jahr 2008 oder dem Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000.

Michael Hartnett, Chef-Investmentstratege bei der Bank of America, sagte, dass die Stimmung unter den Fondmanagern nun "extrem pessimistisch" sei. 13 Prozent nahmen eine "untergewichtete" Position in Aktien ein, verglichen mit sechs Prozent "Übergewicht" im April.

Laut Hartnett könnte zwar eine kleine gute Nachricht zu einer vorübergehenden Markterholung führen. Er warnte aber auch, dass der "ultimative Tiefpunkt" für Aktien noch nicht erreicht sei. Der MSCI All Country World Index, ein globaler Leitindex, habe seit Jahresbeginn in US-Dollar gerechnet fast 16 Prozent verloren.

Untergewichtung im Tech-Sektor

Der Nasdaq ist seit Jahresbeginn um fast ein Viertel gefallen und in einen Bärenmarkt abgerutscht. Anleger haben sich von zuvor hoch bewerteten Technologieunternehmen abgewandt.

Globale Fondsmanager haben Technologieaktien in den letzten 14 Jahren stets übergewichtet, doch im Mai sank die Allokation auf eine Nettountergewichtung von zwölf Prozent: "Dies ist die größte Untergewichtung im Technologiesektor seit August 2006", so Hartnett.

Schreckgespenst Inflation

Christian Mueller-Glissmann, Stratege bei Goldman Sachs in London, sagte, dass die Anleger einen "überzeugenden Höhepunkt" der Inflation in den USA sehen müssten, bevor sich die Risikobereitschaft stabilisieren könnte: "Aktien sind jetzt negativ mit den Inflationserwartungen korreliert, was darauf hindeutet, dass sich Investoren viel mehr Sorgen über Inflationsrisiken und deren Auswirkungen auf Aktien machen."

Die Financial Times zitiert zudem Richard Dunbar, Leiter des Multi-Asset-Research bei Abrdn Capital in Edinburgh, wie folgt: "Investoren rechnen noch nicht mit einer Rezession in den USA, aber der Pessimismus über die Fähigkeit der Fed, mit ihrer Geldpolitik eine weiche Landung der US-Wirtschaft zu erreichen, wächst."

Autorin: Gina Moesing, wallstreet:online Zentralredaktion


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