Während eine drohende Gas-Krise dem Unternehmen im Nacken sitzt, veröffentlichte BASF am heutigen Mittwoch starke Zahlen für das zweite Quartal und hob im selben Atemzug die Gesamtjahresprognose an. Anleger sind positiv überrascht und der Chemiekonzern optimistisch. 

Starke Q2 Zahlen veröffentlicht 

Der größte Chemiekonzern der Welt kann trotz der Gas-Krise und wirtschaftlichen Schwierigkeiten auch in diesem Quartal mit beeindruckenden Zahlen glänzen. BASF hatte bereits Mitte Juli Eckdaten für das Q2 vorgelegt. Der Umsatz des Konzerns legte im Jahresvergleich wie bereits bekannt um 16 Prozent auf 23 Milliarden Euro zu. Das operative Ergebnis – der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Sonderposten – sank um knapp ein Prozent auf 2,34 Milliarden Euro. Gestiegene Preise für Rohstoffe und Energie hätten weitgehend über höhere Verkaufspreise weitergegeben werden können, hieß es. Unter dem Strich verdiente BASF mit 2,1 Milliarden Euro gut ein Viertel mehr als ein Jahr zuvor, vor allem dank eines höheren Beteiligungsergebnisses bei der Gas- und Ölfördertochter Wintershall Dea.

Mutige Gewinnprognosen trotz fallenden Kursen 

Leider hatten diese positiven Neuigkeiten nicht viel Einfluss auf den BASF-Kurs. Seit Anfang Juni befand sich das Papier auf einer Talfahrt, welche nur durch kleine Peaks unterbrochen wurde. Das letzte Mal schaffte der Kurs einen kurzen Ausflug Richtung Norden am 19. Juli und notierte bei 45,35 Euro. Aktuell sind die Aktien des Chemiekonzerns 42,08 Euro wert, was einem Minus von über sieben Prozent entspricht. 

BASF

Doch die Anleger und auch BASF selbst blicken positiv in die Zukunft. So veröffentlichte das Unternehmen am heutigen Mittwoch nicht nur seine Q2 Zahlen, sondern hob auch seine Prognose für 2022 an. Für das gesamte Jahr rechnet der Konzern nun mit einem Zuwachs beim Umsatz auf 86 bis 89 Milliarden Euro, wie BASF in Ludwigshafen mitteilte. Zuvor war der Konzern von einem Rückgang auf 74 bis 77 Milliarden ausgegangen, nach 78,6 Milliarden Euro 2021. Beim operativen Ergebnis hob BASF das untere Ende der Prognosespanne an und peilt nun mindestens 6,8 Milliarden Euro an anstatt der 6,6 Milliarden zuvor. Das obere Ende des Gewinnziels bestätigte das Unternehmen mit 7,2 Milliarden Euro. 2021 hatte BASF einen um Sondereffekte bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 7,8 Milliarden Euro ausgewiesen.

Gut vorbereitet für den Fall einer Gas-Krise

Dabei könnte es aufgrund der drohenden Rohstoffknappheit als Folge des Ukraine-Krieges jedoch auch zu Belastungen für den Konzern kommen. BASF rechnet aber auch bei Ausrufung der letzten Gas-Notstandsstufe mit genügend Erdgas für den Weiterbetrieb des Stammwerks in Ludwigshafen: „Sollte die Bundesregierung die dritte und letzte Notstandsstufe ausrufen, gehen wir derzeit davon aus, dass BASF noch ausreichend Erdgas erhalten würde, um den Betrieb am Standort Ludwigshafen mit reduzierter Last aufrechtzuerhalten“, sagte Konzernchef Martin Brudermüller in einer Telefonkonferenz. Zuversichtlich sei der Chemieriese auch mit Blick auf den zweitgrößten Standort in Deutschland – Schwarzheide. Hier könnte das Unternehmen zum Beispiel 100 Prozent des Strom- und Dampfbedarfs mit Heizöl erzeugen. Für die BASF-Produktionsstandorte außerhalb Europas werde es im Falle einer europäischen Gasverknappung kaum Auswirkungen geben.

/aw