Der Batteriehersteller hat die Aussichten für das laufende Geschäftsjahr deutlich nach unten korrigiert und die Aktie damit auf Talfahrt geschickt.

Nachdem der schwäbische Batteriehersteller Varta am Wochenende eine Gewinnwarnung ankündigte, schmierte die Aktie am Montag im Handel in der Spitze zweistellig ab. Zwar sind die Zahlen für das zweite Quartal nur vorläufig, doch der Vorstand um Varta-Chef Herbert Schein, der die Leitung seit 2016 innehat, merkte selbst an, dass die Prognose für das Geschäftsjahr "vor dem Hintergrund der im Jahresverlauf gestiegenen Unsicherheiten" absehbar hinter den Erwartungen zurückbleiben wird.

Mit Blick auf Gewinn und Umsatz zeige der Trend deutlich nach unten. Statt der avisierten Milliarden-Euro-Marke im Bestfall, oder zumindest 950 Millionen Euro, rechnet die Mannschaft aus Ellwangen aktuell mit einem Umsatz zwischen 880 und 920 Millionen Euro zum Jahresende. Beim EBITDA (bereinigtem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) könnte im Geschäftsjahr 2022 sogar ein Minus von 29 Prozent auflaufen. Statt der angestrebten 260 bis 280 Millionen Euro erscheinen 200 bis 225 Millionen Euro derzeit realistischer.

Dem Unternehmen machen die hohen Rohstoff- und Energiepreise sowie gestiegenen Transportkosten zu schaffen, während die Konjunkturaussichten eingetrübt sind. Zudem hätte es Verzögerungen bei Kundenprojekten gegeben und höhere Kosten könnten ebenfalls nur mit Verzögerung weitergereicht werden. 

Weiter aktuell ist das Interesse am Bereich der E-Mobilität. Diesen will Varta stark ausbauen. Personell soll dies unter der Ägide von Markus Hackstein erfolgen, der am heutigen 1. August seinen Posten als neuer Vorstand für die Systemintegration von Batterien im Bereich E-Mobilität und Energy Storage antritt.

Seit Jahresbeginn hat das Papier fast 50 Prozent an Wert eingebüßt und ist mit einem geschätzten KGV von rund 30 vielleicht kein Schnäppchen. Die Einschätzungen der Analysten fallen entsprechend ambivalent aus: Während einige jetzt eine gute Kaufgelegenheit sehen und zum "Übergewichten" raten, sprechen sich andere für einen Verkauf aus. Die finalen Zahlen für das zweite Quartal will Varta am 11. August präsentieren.

(ir) für die wallstreet:online Zentralredaktion


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