BRÜSSEL/BERLIN (dpa-AFX) - In Europa genutzte Batterien sollen nach Plänen der EU-Kommission umweltfreundlicher werden - und länger halten. "Wir werden vorschreiben, dass die Rohmaterialien für die Batterieproduktion sozial und ökologisch verantwortlich gewonnen werden, dass bei der Produktion der Batterien saubere Energie eingesetzt wird, dass die Batterien eine höhere Energieeffizienz haben und eine längere Lebensdauer", sagte Umweltkommissar Virginijus Sinkevicius der "Welt" (Dienstag). Durch eine längere Lebensdauer etwa sollen weniger Batterien im Müll landen. Die EU-Kommission will dem Vernehmen nach an diesem Donnerstag ihre Batteriestrategie vorstellen.

Um Batterien umweltfreundlicher zu machen und die Abhängigkeit von Rohstofflieferanten zu verringern, wird die EU-Kommission demnach mehrere Maßnahmen vorschlagen. So sollen Batterien künftig etwa einen digitalen Produktpass tragen, wie Sinkevicius der Zeitung sagte. Weiterhin solle auf den Batterien vermerkt sein, wieviel CO2 bei der Produktion angefallen ist. "Außerdem soll zu einem späteren Zeitpunkt ein CO2-Grenzwert vorgeschrieben werden. Wir werden Produzenten Anreize bieten, mehr recycelte Materialien in den Batterien zu verwenden."

Den Plänen zufolge soll zudem EU-weit ein höherer Anteil von Altbatterien gesammelt und recycelt werden als bisher. Für die Wiedergewinnung von Rohstoffen wie Kobalt, Lithium, Kupfer und Nickel soll es höhere Zielwerte geben.

Die Regeln sollen prinzipiell für alle Batterien gelten - von der Knopfzelle für das Hörgerät bis zum Energiespeicher für das Auto, wie es hieß. Allerdings soll es für unterschiedliche Arten von Batterien auch unterschiedliche Vorschriften im Detail geben. Batterien gelten als zentrales Element der Energie- sowie der Mobilitätswende. Sie sollen etwa Elektroautos antreiben und Strom aus erneuerbaren Energien zwischenspeichern.

Die EU unterstützt derzeit mit Milliardenhilfen den Aufbau einer europäischen Industrie für Batterien für Elektroautos./red/DP/mis