Der Hornbach-Konzern rechnet nach einem Gewinnrückgang im ersten Geschäftsquartal mit weiter steigenden Kosten. Die Aktie fällt daraufhin kräftig.

Hornbach hatte bereits Mitte Juni mitgeteilt, dass der operative Gewinn im Auftaktquartal des Geschäftsjahres 2022/2023 aufgrund der hohen Kosten bei einem höheren Umsatz gesunken ist. "Wir beobachten, dass die Einkaufs- und Logistikkosten in den letzten Wochen weiter gestiegen sind und rechnen damit, dass die Inflation auf absehbare Zeit erhöht bleiben wird", sagte Albrecht Hornbach, Vorstandsvorsitzender der Hornbach Management AG, am Mittwoch.

Der Umsatz im ersten Geschäftsquartal 2022/23 (1. März bis 31. Mai 2022) stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um mehr als acht Prozent auf rund 1,8 Milliarden Euro. Das bereinigte EBIT sank um 12,3 Prozent von 169,1 Millionen auf 148,3 Millionen Euro.

Die Nachfrage nach Bau- und Heimwerkerprodukten sei nach wie vor hoch, meint Erich Harsch, Vorstandschef der Hornbach Baumarkt AG. "Wir wissen allerdings nicht, wie sich die anhaltende Inflation und geopolitische Unsicherheit in den kommenden Monaten auf das Konsumentenverhalten auswirken werden." Hornbach senkte seine Prognose für das bereinigte EBIT. Es wird ein Rückgang des bereinigten EBIT im niedrigen zweistelligen Prozentbereich erwartet. Der Jahreserlös soll jedoch leicht über dem Vorjahreswert von knapp 5,9 Milliarden Euro liegen.

Von dem Heimwerker-Boom in der Corona-Pandemie konnte Hornbach profitieren: Der Aktienkurs stieg von rund 60 Euro vor der Pandemie bis auf 140 Euro im Februar dieses Jahres an. Nach der Mitteilung Mitte Juni war der Aktienkurs kräftig eingebrochen. Der Aktienkurs beträgt aktuell im Xetra-Handel 77,55 Euro, ein Minus von 3,6 Prozent (Stand 29.06.2022, 14:46 Uhr). Innerhalb von fünf Tagen verlor die Hornbach-Aktie rund vier Prozent.

Warburg Research reduzierte das Kursziel von Hornbach von 149 Euro auf 128 Euro. Die Aktie ist auf "Buy" eingestuft. Warburg Research-Analyst Thilo Kleibauer schreibt: "Die Rentabilität in den Jahren 22/23 liegt immer noch deutlich über dem Niveau vor Covid. Mit seiner langjährigen Wachstumsstrategie, einer starken Position im Online-Bereich und dem klaren Fokus auf Preisführerschaft und Kundenzufriedenheit ist Hornbach gut auf ein schwierigeres Geschäftsumfeld vorbereitet. Die mittelfristigen Verbrauchertrends (stärkerer Fokus auf Home Improvement, Smart Home und Energie Renovierungen) sollten den DIY-Bereich und Hornbach im Besonderen unterstützen."

Autorin: Laura Ehrhardt, wallstreet:online Zentralredaktion

 

 

 


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