Während der DAX seit 2015 um mehr als 65 % gestiegen ist, sind Bayer (WKN: BAY001)-Aktien um über 57 % gefallen (04.01.2022). Damit kann das Management nicht zufrieden sein und die Aktionäre verlieren langsam die Geduld.

Am Ende könnte der oft geforderte Vorstandswechsel eintreten und Bayer seine Strategie ändern. Nur wenn dem Konzern in den USA eine möglichst schnelle und endgültige Einigung mit seinen Glyphosat-Klägern gelingt, könnten er, die Aktie und das Management doch noch von der Monsanto-Übernahme profitieren.

1. Bayer droht Milliardenklage

Viele Anleger gehen davon aus, dass Bayers Management die Monsanto-Risiken vor dem Kauf kannte. Sie streben deshalb nun, vertreten durch die Kanzlei Tilp, ein Musterverfahren vor dem Landgericht Köln an. Die Forderungen summieren sich auf etwa 2,2 Mrd. Euro. Bis Ende 2021 haben 320 institutionelle und private Anleger Klage eingereicht.

„Die klagenden Investoren werfen Bayer insbesondere vor, den Kapitalmarkt über die wirtschaftlichen Risiken getäuscht zu haben, welche die in den USA anhängigen Verbraucherklagen im Zusammenhang mit Glyphosat und dem Unkrautvernichtungsmittel Roundup für Bayer infolge der Monsanto-Übernahme mit sich brachten“, so die Anwaltskanzlei Tilp.

Bayer kann hingegen die Klagen nicht nachvollziehen, denn nach eigenen Aussagen hat der Konzern alle Gesetze eingehalten und ist allen Veröffentlichungspflichten nachgekommen. Das Landgereicht Köln muss nun entscheiden, ob das Musterverfahren aufgenommen wird.

2. Bayer mit weiterem Dicamba-Ärger

Bayers Vision von der zukünftigen Landwirtschaft besteht aus genverändertem Saatgut und Herbiziden, die alle umliegenden Pflanzen abtöten. Dabei kommen alle Produkte aus dem eigenen Haus. Doch auch diese Strategie erscheint nicht sehr sinnvoll. So verzeichnet die US-Umweltschutzbehörde EPA zunehmend mehr Beschwerden durch den Dicamba-Einsatz.

2021 erhielt sie etwa 3.500 Berichte, nach denen das Mittel von der Zielackerfläche abdriftete und so Schäden verursachte. Nun prüft die EPA erneut, ob Dicamba sicher bei gentechnisch veränderten Sojabohnen und Baumwollpflanzen anwendbar ist. Der Untersuchungsausgang ist offen. Bisher weiß die EPA nicht, wie sie auf die Vorfälle reagieren soll. Im Juni 2020 verhängte ein Gericht bereits ein Verkaufsverbot. Kurze Zeit später wurde das Mittel unter der damaligen Regierung mit Auflagen wieder zugelassen.

Da es sich eindeutig nicht um Einzelfälle handelt, könnte Bayer eine weitere Anwendungseinschränkung drohen, was zu Umsatzrückgängen führen würde. Umweltschutzorganisationen fordern ein Verkaufsverbot.

3. Xarelto schlechter als Konkurrenzprodukt

Mit Bayers Blutverdünner Xarelto (Rivaroxaban) kam es in einer amerikanischen Vergleichsstudie häufiger zu Schlaganfällen und Blutungen als bei Eliquis, das von Pfizer (WKN: 852009) und Bristol Myers Squibb (WKN: 850501) entwickelt wurde. Am Ende führte Xarelto zu einer 12 % höheren Rate gerinnungsbedingter Schlaganfälle, einer 26 % höheren Rate blutungsbedingter Schlaganfälle, einer 41 % höheren Rate tödlicher Blutungen ohne Schlaganfall und einer etwa doppelt so hohen Rate an nichttödlichen Blutungen ohne Schlaganfall. Somit könnte das Konkurrenzprodukt zukünftig bevorzugt bei Patienten mit Vorhofflimmern zum Einsatz kommen.

Der Artikel Bayer-Aktie: 3 schlechte Neuigkeiten! ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Bristol Myers Squibb.

Motley Fool Deutschland 2022

Autor: Christof Welzel, Motley Fool beitragender Investmentanalyst


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