BERLIN (dpa-AFX) - Der Beamtenbund dbb fordert umfassende Verbesserungen bei digitalen Abläufen und Leistungen von Deutschlands Behörden. "In der Pandemie sollte auch der letzte gesehen haben: Wir brauchen einen Staat, der gegen globale Krisen gewappnet ist, die mit voller Wucht auch auf die Menschen in Deutschland durchschlagen", sagte dbb-Chef Ulrich Silberbach der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Der Kompetenzwirrwarr zwischen Bund und Ländern sowie verschiedenen Behörden behindere auch die Digitalisierung, sagte Silberbach. Konkret machte der Gewerkschaftschef auf mehrere Schwachstellen aufmerksam.

So scheine die Zeit der Kontaktverfolgung per Fax in den Gesundheitsämtern zwar zum Glück vorbeizugehen. "Dafür wird nun eine Software namens Sormas genutzt", sagte Silberbach. Doch das Ergebnis einer Recherche des dbb in Gesundheitsämtern zu Sormas sei "ernüchternd". Wenn ein Mitarbeiter dort eine digitale Datenakte anlege, müsse er an 16 verschiedenen Stellen den Namen einer infizierten Person eingeben, sagt Silberbach. "Das hat nichts mit smarter Digitalisierung zu tun."

Weitere Bereiche, bei denen der Beamtenbund große Lücken in der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung sieht, betreffen etwa die Vernetzung der Behörden oder den Formularwust bei vielen offiziellen Anträgen. An diesem Montag veranstaltet der dbb eine Diskussion mit Livestream zum Thema./bw/DP/men