BERLIN (dpa-AFX) - Nach Überzeugung des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, sind in der Corona-Krise Geduld und Solidarität unverzichtbar. "Zwar haben wir in den ersten Monaten der Pandemie dem Virus gemeinsam und entschlossen getrotzt", sagte der Münchner Bischof am Sonntag zu Beginn der ersten digitalen EDK-Synode. Doch mache sich jetzt zunehmende Erschöpfung breit.

"Wir sind in diesen Tagen eine verwundete Gesellschaft", sagte Bedford-Strohm. Sie sehne sich nach Heilung. Der christliche Glaube sei dafür von unschätzbarer Bedeutung. "Unser Land braucht beides: zum einen die Resilienz, um mit Dingen umzugehen, die nur bedingt zu ändern sind, sowie die Geduld, das auch über längere Zeit durchzuhalten", so der EKD-Ratsvorsitzende.

Nötig sei zum anderen die soziale Energie, die solche Widerstandskraft nicht auf den Raum des persönlichen Durchhaltens beschränke, sondern daraus die Kraft gewinne, einander beizustehen und Solidarität zu üben. Und das besonders mit den Schwachen und Verletzlichen.

Die Synodentagung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie als zweitägige digitale Veranstaltung konzipiert. Sie hat am Sonntagvormittag begonnen. Das Präsidium der EKD ist dafür in Hannover zusammengekommen. Ursprünglich war das Treffen des Kirchenparlaments in Berlin geplant. Die rund 130 Mitglieder der Synode beschäftigen sich insbesondere mit der Zukunft der Kirche./ah/DP/zb