VERSAILLES (dpa-AFX) - Vor Abschluss des EU-Gipfels zum Ukraine-Krieg hat Belgiens Premierminister Alexander De Croo davor gewarnt, der Ukraine bei ihrem Wunsch auf einen EU-Beitritt die kalte Schulter zu zeigen. Zwar verlange ein EU-Beitritt viele Reformen und Schritte, sagte De Croo am Freitag in Versailles. Diese müssten durchlaufen werden, sonst würden Länder Mitglied der EU, die dazu eigentlich nicht bereit seien. "Andererseits wäre es ein Fehler, Ländern wie der Ukraine, die sich schwer bedroht fühlen, die Türe vor der Nase zuzuschlagen."

Es müssten Wege der Zusammenarbeit nach einem hoffentlich schnellen Kriegsende gefunden werden, etwa beim Wiederaufbau. "Da können wir als Europäer natürlich eine wichtige Rolle spielen." Außerdem könne man die Ukraine zunächst ohne Stimmrecht zu EU-Gipfeln einladen, um sie in Diskussionen einzubinden. Dazu würden kreative Wege erarbeitet. "Jemand kann erst Mitglied werden, wenn er vollkommen bereit ist und sich vollständig in die Europäische Union integrieren kann", sagte De Croo. "Darüber hinaus kann man bereits ein deutliches Signal geben, dass sie Teil der Familie sind."/evs/DP/nas