Schon in wenigen Jahren sollen Quantencomputer in großen Stückzahlen im Einsatz sein und dabei helfen, einige der komplexesten Forschungsfragen zu lösen. Das Rennen um die Technologieführerschaft ist in vollem Gange. Neben mächtigen Konzernen wie Alphabet (WKN: A14Y6H) und IBM (WKN: 851399) wollen auch universitäre Spin-offs und von Wagniskapitalgebern geförderte Start-ups wie IonQ (WKN: A3C4QT) und Rigetti ein gewichtiges Wort mitreden.

Rigetti hat kürzlich bekannt gegeben, dass es über die Fusion mit einem SPAC an die Börse kommen möchte. Wer will, kann hier also schon im Vorfeld investieren. Aber sollte man auch?

Wie jeder die Technologieführerschaft im Quantum Computing beansprucht

„This isn’t rocket science. In fact, it’s harder.“ — Raketentechnologie gilt klassischerweise als anspruchsvollste Ingenieurssparte. Aber es gibt einige Bereiche, die wohl noch heikler sind, darunter die Halbleiterfertigung, Fusionsenergie und eben auch Quantencomputer.

Und weil Quantencomputer so unglaublich schwierig zu konstruieren sind, gibt es noch ganz unterschiedliche Herangehensweisen. In seinen Investorenpräsentionen zeigt Rigetti auf, dass aktuell vier Hardware-Prinzipien favorisiert werden, um die sogenannten Qubits zu schaffen, die den Transistoren bei Halbleitern entsprechen: Supraleitung, Ionen, Atome und Photonen stehen zur Auswahl.

Jedes Prinzip scheint Vor- und Nachteile zu haben. Rigetti setzt wie IBM und Google auf die Supraleitung. Damit seien mehr Qubits bei einer geringeren Fehlerrate möglich und die technischen Fortschritte würden schneller vonstatten gehen.

IBM sieht sich mit seinem großen weltweiten Partnernetzwerk an der Spitze der Entwicklung. Google meldet immer mal wieder große Durchbrüche wie zuletzt die Erzeugung von sogenannten Zeitkristallen innerhalb eines Quantencomputer-Systems. Rigetti wiederum sieht sich vorn, weil es auf eine modulare Architektur setzt, die günstiger zu fertigen sei und kürzere Entwicklungszyklen erlaube.

Doch auch AQT aus Innsbruck mit seiner auf Ionenfallen basierenden Technik glaubt, in der Spitze mitzumischen. Als Erstes habe man einen Quantencomputer konstruiert, der für sämtliche Rechenanwendungen einsetzbar sei. Und der Weg in Richtung hochskalierbarer Systeme sei bereits vorgezeichnet. Die französische PASQAL wiederum, die mit Lasern Rubidium-Atome manipuliert, behauptet, schon jetzt ein 200-Qubit-System zu haben.

Und wenn das nicht schon genug Anlass zur Verwirrung wäre, sollte man als Investor auch noch an das Drumherum denken. Von den Entwicklerwerkzeugen über die Integration mit konventionellen Hochleistungscomputern und Clouds bis hin zu den geplanten Geschäftsmodellen. All das wird einen großen Einfluss auf den Erfolg haben.

Was für die (zukünftige) Rigetti-Aktie spricht

Rigetti hat in wenigen Jahren ein Unternehmen mit einer Bewertung von über 1 Mrd. US-Dollar aufgebaut. Seit 2016 verfügt es über eine dezidierte Fertigungslinie für Quantum-Chips und der modulare Ansatz, der in diesem Jahr vorgestellt wurde, erscheint vielversprechend. Dabei handelt es sich bereits um die 5. Generation der Chipentwicklung. Das wirkt sehr dynamisch und Rigetti sagt, dass es schneller als die direkte Konkurrenz vorankomme.

Schon heute arbeiten seine Forscher daran, unfassbar mächtige Systeme mit mehr als 1 Million Qubits zu entwerfen, welche auf modularen Bausteinen basieren und vielleicht bis zum Ende des Jahrzehnts verfügbar sein könnten. Und im Vergleich zu Systemen von IonQ sieht Rigetti einen Geschwindigkeitsvorteil im Bereich von 100X. Das würde bedeuten, dass Rigetti ein deutlich größeres Anwendungsspektrum adressieren kann.

Das fusionierte Unternehmen wird mit rund 400 Mio. US-Dollar ausgestattet sein, was ausreichend sein soll, um in die schwarzen Zahlen zu kommen. Der Plan lautet, ab 2024 ein System mit über 1.000 Qubits in Betrieb zu haben und danach durchzustarten. Schon für 2026 wird ein Umsatz von mehr als einer halben Mrd. US-Dollar erwartet. Geht der Plan auf, glaubt das Management, dass schon 2024 eine Bewertung von über 5 Mrd. US-Dollar gerechtfertigt sei.

Soweit der Kurs des zugehörigen SPAC, Supernova Partners Acquisition Company II (WKN: A3CPPU), um die Marke von 10 US-Dollar pendelt, wäre folglich eine Kursverfünffachung drin bis in drei Jahren.

Muss man bei dieser Quantencomputer-Aktie dabei sein?

Rigetti wird voraussichtlich bald über das notwendige Kapital verfügen, um sein Forschungsprogramm durchzuziehen. Doch das Wettbewerberfeld ist noch dermaßen unübersichtlich, dass sich einfach nicht sagen lässt, wer letztlich zu den Gewinnern gehören wird. Rigetti mag über einige Vorzüge verfügen, aber die anderen eben auch. Und da wir es mit Hyper-Raketentechnologie zu tun haben, ist auch jederzeit mit Rückschlägen zu rechnen.

Dennoch finde ich es sehr reizvoll, sich frühzeitig bei diesem gewaltigen Anlegerthema zu positionieren. Wenn sich in wenigen Jahren die großen Fondshäuser darauf stürzen und passende Themen-ETFs aufgelegt werden, dann haben einige der Aktien vielleicht schon einen Quantensprung erlebt.

Der Artikel Besser als IBM und Google? Diese neue Quantencomputer-Aktie will sie alle schlagen ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. Suzanne Frey arbeitet als Führungskraft bei Alphabet und sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet (A- & C-Aktien).

Motley Fool Deutschland 2021

Autor: Ralf Anders, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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