Schaut man sich die großen internationalen Indizes an, könnte man denken, an der Börse herrscht allerorten Sonnenschein. Doch das ist wie meistens nur die halbe Wahrheit. Denn durch die Coronapandemie sind einige Branchen mächtig in Mitleidenschaft gezogen worden. Vor allem die Tourismusindustrie hat es besonders hart getroffen. Bei den diesjährigen Verlierern ganz vorne mit dabei ist deshalb auch die TUI-Aktie (WKN: TUAG00).

Man kann sie wohl zu Recht als Sorgenkind und Spielball der Spekulanten bezeichnen. Denn ihr Kurs ist durchaus heftigen Schwankungen unterworfen. Die guten Nachrichten in Bezug auf vielleicht bald verfügbare Corona-Impfstoffe der Firmen Moderna (WKN: A2N9D9) und Biontech (WKN: A2PSR2) ließ ihre Notierung im November um fast 70 % ansteigen. Doch seit Anfang Dezember haben die Papiere schon wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Schauen wir bei TUI also einmal auf die aktuelle Situation.

Die Sache mit dem Impfstoff

Nicht nur die TUI-Aktie konnte profitieren. Generell wurden die Börsen im November von großem Optimismus gestützt. Wie schon angesprochen hatte dies damit zu tun, dass wohl bald eine Impfung gegen Corona verfügbar sein wird. Denn sowohl Moderna als auch Biontech haben in der EU bereits die Zulassung ihrer neuen Impfstoffe beantragt. Am schnellsten ging es allerdings in England, wo der Impfstoff von Biontech bereits Anfang Dezember die Zulassung erhielt. Die Hoffnung, dass die Bevölkerung nun bald unter Hochdruck geimpft werden könnte, trieb den Kurs der TUI-Papiere deshalb im November in die Höhe.

Die Investoren hatten wahrscheinlich schon die Bilder im Kopf, wie die Flieger voll besetzt mit geimpften Passagieren wieder in die Ferne abheben würden. Doch zum einen musste Pfizer (WKN: 852009), der Partner von Biontech, die Auslieferungsziele des Corona-Impfstoffs nach unten korrigieren. Und zum anderen ist vielen Anlegern anscheinend bewusst geworden, dass es wohl mehrere Jahre dauern könnte, bis einem Großteil der Bevölkerung die Impfung verabreicht werden kann. Dies alles bringt den Kurs der TUI-Aktie aktuell wieder kräftig unter Druck.

Mit Staatshilfen gegen die Pleite

Jetzt ist es also amtlich. Wie erwartet bekommt der TUI-Konzern eine dritte staatliche Finanzspritze. Das Touristikunternehmen einigte sich mit dem Bund sowie Banken und privaten Investoren auf ein Hilfspaket in Höhe von 1,8 Mrd. Euro. Unter anderem sind dabei sogenannte stille Einlagen des staatlichen Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) geplant. Und zwar in einem Gesamtvolumen von 700 Mio. Euro.

Der Staat könnte davon allerdings 420 Mio. Euro in TUI-Aktien umwandeln. Sollte es zu solch einer Wandlung der stillen Einlagen kommen, käme dies einer direkten Staatsbeteiligung gleich. Und diese Nachricht wirkte sich noch zusätzlich negativ auf den Kurs der TUI-Papiere aus. Denn mit diesem Finanzierungspaket hat TUI ein Stück weit seine Unabhängigkeit und Entscheidungsfreiheit verloren.

Spekulationsobjekt TUI-Aktie

Schaut man sich den diesjährigen Chartverlauf der TUI-Aktie an, kann man erkennen, wie stark die Auswirkungen der Pandemie den Touristikkonzern getroffen haben. Nachdem klar wurde, welche katastrophalen Auswirkungen die Coronakrise auf die Reisebranche haben würde, brach der Kurs im März massiv ein. Und danach mutierten die Papiere von TUI meiner Meinung nach zum reinen Spekulationsobjekt.

Und wie man sieht, hält die Berg-und-Tal-Fahrt der Aktie bis heute an. Trotz der kleinen Aufwärtsbewegung im November notiert sie aktuell mit 5,11 Euro (07.12.2020) immer noch 56 % tiefer als Anfang Januar. Ich bin weiterhin eher skeptisch, was den weiteren Kursverlauf angeht. Zu viele Unwägbarkeiten machen der TUI derzeit das Leben schwer. Wer hier also auf einen nachhaltigen Turnaround spekulieren möchte, sollte meines Erachtens lieber eine gehörige Portion Risikobereitschaft mitbringen.

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Andre Kulpa besitzt Aktien von Pfizer. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2020

Autor: Andre Kulpa, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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