Im Mittelstand steigen die Gründer-Familien aus. Seit fünf Jahren wächst die Zahl der Gründer und Familiengesellschafter (s. „Unsere Meinung“ auf S. 1), die bei der Nachfolgeregelung an Wagniskapitalgeber denken. Das ist gut für Beteiligungsgesellschaften, die aber gerade in der Zeit nach Corona auf neue Trends setzen müssen: An die Stelle der früher dominanten Industrie sind verstärkt Sektoren wie Healthcare, Telekommunikation sowie Transport und Logistik getreten. Wir haben daher einige interessante Beteiligungsgesellschaften unter die Lupe genommen.

Neben Industrie- und Maschinenbauwerten hat die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) auch spannende Werte aus dem Technologie-, Medizin-, Telekom- und IT-Sektor im Portfolio. Bei allen Beteiligungen bessere sich derzeit das Stimmungsbild, was in den am Mittwoch (10.2.) veröffentlichten Q1-Zahlen per Ende Dezember zum Ausdruck kommt. Das Bewertungs- und Abgangsergebnis fiel mit 36,8 Mio. Euro im erwarteten Korridor aus (s. a. PB v. 20.1.). Unter dem Strich ergibt sich ein Gewinn von 24,9 Mio. (Vj.: Verlust von 0,2 Mio.) Euro.
Daraus errechnet sich ein Gewinn je Aktie (38,55 Euro; DE000A1TNUT7) von 1,65 Euro für das Q1. Der lässt sich zwar nicht linear auf das Gesamtjahr hochrechnen, doch der positive Ausblick der Portfoliounternehmen stimmt uns optimistisch. Wir kalkulieren mit einem 2020/21er-KGV von 11 und einer Dividendenrendite von 2,1%.

DBAG bleibt daher ein Kauf mit unverändertem Stopp bei 29,95 Euro.

MPH Health Care betreibt den Kauf, Umbau und Verkauf von Unternehmen im Gesundheitssektor. Zu den wichtigsten Beteiligungen gehören die Capital Real Estate und die M1 Kliniken. Über letztere wird auch eine Beteiligung an Haemato kontrolliert (s. a. PB v. 21.12.20).

Das gesamte Konstrukt erscheint uns sehr stimmig. Das solide Pharmaziegeschäft von Haemato wird durch die margenstarken Schönheitsoperationen von M1 Kliniken angereichert. Über die Capital Real Estate kommt ein Schuss Betongold hinzu. Nach einem Aktiensplit im Verhältnis 10:1 wurden wir bei dem Papier im vergangenen November ausgestoppt. Der per Ende September gemeldete innere Vermögenswert liegt bei 45,40 Euro je Aktie (24,60 Euro; DE000A289V03) und dürfte zuletzt weiter gestiegen sein. Von daher hat das Papier auf dem aktuellen Niveau ein gehöriges Kurspotenzial.

Steigen Sie bei MPH Health bis 25,00 Euro ein. Unser Stopp landet bei 18,40 Euro.

Bei GBK Beteiligungen ist neben klassischen Industrieunternehmen auch die Bereiche Transport, Logistik und Tourismus stark im Portfolio vertreten (27%). Aber auch der Gesundheitssektor sorgt für Fantasie bei den Hannoveranern: Das Portfoliounternehmen Atec liefert für das belgische Werk von Pfizer Stopfenwaschmaschinen, die sicherstellen, dass der Biontech-Impfstoff sauber abgefüllt wird.
Bei der dünn gehandelten Aktie (5,65 Euro; DE0005850903) wurden wir nach Erstempfehlung in PB v. 9.10.20 am Börsenplatz Hamburg ausgestoppt. Das von uns errechnete KGV von 24 und die in guten Jahren erzielte Dividendenrendite von nahezu 5% sind aber immer noch attraktiv.

Steigen Sie bei GBK Beteiligungen mit Limit 5,70 Euro und Stopp bei 4,25 Euro wieder ein. Als Börsenplatz wählen wir wegen der besseren Handelbarkeit Tradegate.

Quelle: Platow.de