BERLIN (dpa-AFX) - Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und der Verband Bildung und Erziehung (VBE) haben die Lockdown-Beschlüsse von Bund und Ländern begrüßt. Diese sehen weitgehende Schul- und Kita-Schließungen oder zumindest massive Einschränkungen im Betrieb der Einrichtungen vor, um die weitere Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Die GEW sprach am Sonntag von einer harten, aber richtigen Entscheidung. Es sei richtig und wichtig, Schulen und Kitas in die Entscheidung einzubeziehen, das öffentliche Leben herunterzufahren, sagte der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann.

Die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe kritisierte die Länder dafür, zu lange am Präsenzunterricht festgehalten zu haben, "ohne ausreichend für den notwendigen Gesundheits- und Infektionsschutz an Schulen und Kitas gesorgt zu haben". Kultusministerien und Schulämter müssten nun sofort gemeinsam mit Schulleitungen, Lehrkräften und Bildungsgewerkschaften Szenarien für die Zeit nach den Weihnachtsferien vorbereiten, forderte Tepe. "Die Schulen müssen Freiräume bekommen, weiter Konzepte für Wechsel- und Fernunterricht zu erarbeiten. Alle brauchen eine Perspektive über den 10. Januar hinaus."

Beckmann wies auf anhaltende technische Probleme an den Schulen hin. Flächendeckender Hybridunterricht sei nicht umsetzbar. "Wir stehen vor den gleichen Problemen wie im März: Die Kinder, die mit der Offenhaltung der Schulen besonders unterstützt werden sollten, sind jetzt wieder die, die zuhause kein eigenes Zimmer, geschweige denn ein eigenes digitales Endgerät haben." Der Deutsche Lehrerverband hatte hier allerdings von Fortschritten gesprochen./jr/DP/nas