OSLO (dpa-AFX) - Probleme mit dem Boeing <US0970231058>-Unglücksjet 737 Max 8 haben der Billigfluglinie Norwegian das Jahresergebnis 2019 vermiest. Die Norweger beendeten das abgelaufene Jahr mit einem Verlust von rund 1,6 Milliarden norwegischen Kronen (160 Millionen Euro), wie die Fluggesellschaft am Donnerstag in Fornebu bei Oslo bekanntgab. Im Vorjahr hatte das Minus knapp 1,45 Milliarden Kronen betragen.

Den Umsatz konnte Norwegian dagegen im Gesamtjahr trotz eines Rückgangs im Abschlussquartal um acht Prozent auf 43,5 Milliarden Kronen (4,3 Mrd Euro) steigern. Im Zuge eines Sparprogramms konnten zudem Kosten in Höhe von 2,3 Milliarden Kronen gespart werden.

Norwegian ist eine der Airlines, die nach zwei tödlichen Flugunglücken von 737-Max-8-Maschinen anderer Fluglinien ihre Flieger dieses Typs am Boden lassen. 18 Max-8-Maschinen gehören zur Flotte von Norwegian, das entspricht etwa jedem neunten Flugzeug des Unternehmens. Um Ausfälle und Verspätungen zu vermeiden, mussten die Norweger deshalb andere Maschinen leasen - das hatte Folgen für die Bilanz. Der Konzern hofft nun, ihre Max 8 ab September wieder fliegen lassen zu können.

Norwegian hat sich seit der Gründung 1993 von einer Regionallinie schnell zu einer internationalen Billigfluggesellschaft entwickelt, die neben vielen Zielen in Europa heute auch die USA, Asien, Nordafrika und den Nahen Osten anfliegt. Der rasante Ausbau brachte jedoch hohe Kosten mit sich. Die Airline konzentriert sich seit einiger Zeit darauf, den Fokus weg vom Wachstum und hin auf Profitabilität zu legen. 2020 plant Norwegian noch stärker als zuvor mit einer Verringerung der Sitzplatzkilometer, die im laufenden Jahr um 13 bis 15 Prozent gesenkt werden sollen. Ende 2020 soll somit gelingen, was Norwegian seit längerem nicht mehr gesehen hat: "Das Unternehmen zielt auf einen Nettogewinn 2020 ab", so der Konzern./trs/DP/fba