Das Biotechnologie-Unternehmen BioNTech ist seit einiger Zeit in aller Munde und die positiven Nachrichten nehmen kein Ende. Besonders im Fokus steht der deutsche Konzern derzeit aufgrund seiner Entwicklung eines bisher sehr erfolgversprechenden Covid-19-Impfstoffs. Dieser gilt besonders hierzulande als als Hoffnungsträger zur Eindämmung der Pandemie, was sich auch im Aktienkurs widerspiegelt. Die Aktie ist im vergangenen Jahr schon über 313 Prozent gestiegen (18.11.2020).

Neues zum Corona-Impfstoff

Schon vor einigen Tagen gab BioNTech die Ergebnisse aus einer wichtigen Zulassungsstudie bekannt. Daraus ergab sich die super Neuigkeit, dass dem Impfstoff eine Wirksamkeit von über 90 Prozent zugeschrieben wird. 

1. Impfstoff sogar mit über 95 % Wirksamkeit

Nach weiterer Bewertung wurde die Wirksamkeit des BioNTech-Impfstoffs auf über 95% erhöht. Nach der Impfung wurden insgesamt 170 Studienteilnehmer mit COVID-19 infiziert, von denen 162 aus der Placebo-Gruppe und nur 8 aus den Impfstoff-Gruppe stammten. 

Bisher hatten zehn Probanden einen schweren COVID-19-Verlauf, davon 9 in der Placebo-Gruppe und nur einer in der Impfstoff-Gruppe. Nach der Impfung wurden keine schwerwiegenden Nebenwirkungen festgestellt. Nur 3,8% der Teilnehmer fühlten sich müde und 2,0% hatten Kopfschmerzen.

Weiterhin konnte festgestellt werden, dass der Impfstoff nicht nur für junge Menschen, sondern auch für Hochrisikogruppen über 65 Jahre wirksam ist. In dieser Altersgruppe wurden bisher 94% der Wirksamkeit des Impfstoffs bestimmt. Auch bei den verschiedenen ethnischen Teilnehmergruppen konnte kein Unterschied in der Wirksamkeit festgestellt werden.

2. Die Notfall-Zulassung in den USA steht heute an

Aufgrund der ausreichend gesammelten Daten werden BioNTech und Pfizer heute (20.11.20) in den USA eine Notfall-Genehmigung beantragen. Die Daten werden auch an alle Prüfinstitutionen weltweit gesendet. Das fortlaufende Zulassungsverfahren in Europa ist bereits im Gange. BioNTech und Pfizer planen, bis Ende des Jahres 50 Millionen Impfstoffdosen und bis 2021 weitere 1,3 Milliarden Impfstoffdosen zu produzieren.

Der Impfstoff von BioNTech wurde an 41.135 Personen in 150 Kliniken in den USA, Deutschland, der Türkei, Südafrika, Brasilien und Argentinien getestet. Um einen Transport bei -70 Grad zu gewährleisten, hat BioNTech eine spezielle Box entwickelt, die mit Trockeneis gekühlt wird. Der Gründer des Biotech-Unternehmens, Ugur Sahin, hat nun sogar verkündet, dass die Impfstoff-Zulassung bereits vor Weihnachten in Europa und somit auch in Deutschland möglich sein könnte.

Die Ergebnisse zeigen, dass nach der Impfung der Bevölkerung im nächsten Jahr (2021) die Zahl der Fälle schwerer Krankheiten erheblich reduziert werden sollte. Um COVID-19 vollständig zu kontrollieren, fehlen jedoch immer noch Wirkstoffe, die im Falle einer schweren Krankheit helfen. Zu diesem Zweck werden bestehende Medikamente getestet und Antikörpertherapien entwickelt.

3. Genehmigung der Phase-2-Studie in China

In China wird BioNTech später den exklusiven Vertrieb des Unternehmens mit Shanghai Fosun Pharma übernehmen. Hier werden separate Zulassungs- und Testverfahren durchgeführt, die die Grundlage der westlichen Forschung bilden. Für BioNTech ist es ermutigend, dass das Land jetzt die zweite Phase der BNT162b2-Studie genehmigt hat, die sofort beginnen wird.

QIAGEN und BioNTech forschen gemeinsam

BioNTech arbeitet aktuell jedoch nicht nur an der Entwicklung des Covid-19-Impfstoffs. Auch die Antikrebs-Forschung steht für das Unternehmen noch immer im Fokus. Aus diesem Grund schloss sich der Mainzer Konzern nun auch mit  QIAGEN zusammen. Letzteres ist ein Anbieter von Probenvorbereitungs- und Testtechnologien für die molekulare Diagnostik, akademische Forschung, pharmazeutische Industrie und angewandte Testverfahren. Dieser Zusammenschluss soll zur Entwicklung eines Begleitdiagnostikums zum Einsatz mit dem Antikrebs-Wirkstoff BNT113 beitragen. 

Wie QIAGEN angekündigt hat, wird die gewebebasierte Diagnose verwendet, um Patienten mit Plattenepithelkarzinomen im Kopf- und Halsbereich zu identifizieren, die auf eine Infektion mit dem humanen Papillomavirus (HPV) zurückzuführen sind. QIAGEN hofft, auf seiner RGQ MDx-Plattform einen Test für die HPV-Genotypantwort entwickeln zu können. QIAGEN hat derzeit eine Rahmenvereinbarung mit BioNTech und mehr als 30 anderen Unternehmen geschlossen, um Begleitdiagnostika für seine Medikamentenkandidaten zu entwickeln und zu vermarkten.

BioNTech Aktie

Die BioNTech-Aktie konnte sich gestern an der NASDAQ etwas nach oben absetzen, nachdem sie in den Tagen zuvor die charttechnische Unterstützung um 85,05/87,07 Dollar ausführlich getestet hatte. Die Tagesspitze erreichte der BioNTech-Kurs bei 95,09 Dollar und ging mit fast 5 Prozent Tagesplus bei 94,93 Dollar aus dem Handel. Experten zufolge sind erste Widerstandsmarken bei 92,00/92,84 Dollar zu finden. Diese wurden gestern jedoch überwunden. 

Derzeit notiert die BioNTech-Aktie bei 84,49 Euro und legte zuletzt wieder um 6,28 Prozent zu.