Wie viele Impfungen braucht es, um die Pandemie zu stoppen? In Israel wird bereits an der vierten Impfung gegen Covid-19 geforscht. Valneva kommt der Zulassung immer näher. Die EMA nimmt das Vakzin unter die Lupe.

Vierte Corona-Impfung mit Biontech

Während in Deutschland noch die Kampagne zur Drittimpfung läuft, erhalten Bürgerinnen und Bürger in Israel bereits ihre vierte Impfung zum Schutz vor Corona.

Eine Studie hat diesen Prozess begleitet, um die Wirksamkeit von Viertimpfungen mit dem Impfstoff von Biontech zu untersuchen. Obwohl eine Erhöhung der Antikörper beobachtet wird, fallen die ersten Zwischenergebnisse ernüchternd aus.

Die Leiterin der noch unveröffentlichten Studie, Professor Gili Regev, meldete am Mittwoch einen fünffachen Anstieg der Antikörper infolge einer vierten Corona-Impfung. Dieser Wert sei zwar „gut, aber nicht ausreichend“.

Das Problem sei, dass die Corona-Antikörper kurz nach der vierten Impfung wieder auf denselben Stand sinken würden, wie nach dem ersten Booster. Dessen Effekt könne also nicht mit weiteren Auffrischungen desselben Corona-Impfstoffs repliziert werden.

Hoffnung setzen die Israelis derweil in eine Immunisierung durch verschiedene Vakzine. „Es kann sein, dass eine Kombination von Impfstoffen besser ist“, erklärte Regev. Dazu könnte es demnächst genauere Daten geben, denn in einem Krankenhaus startete am Mittwoch ein Versuch, bei dem 150 Personen nach drei Dosen des Präparats von Biontech nun den Wirkstoff von Moderna verabreicht bekommen. Laut Regev handelt es sich um den weltweit ersten Versuch einer vierten Impfung mit kombinierten Vakzinen.

Die Biontech-Aktie

Die Biontech-Aktie stieg heute um einen Prozent und hält sich damit stabil bei 188 Euro. Für die Anleger heißt es abwarten.

Biontech-Aktie

Valneva kommt der Zulassung immer näher

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA nimmt derzeit das Vakzin von Valneva unter die Lupe. Ein weiterer Schritt in Richtung Zulassung.

Weil vorläufige Laborstudien positiv ausgefallen seien, habe der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der EMA mit der Prüfung des Vakzins begonnen.

Die Prüfung des Impfstoffes ist ein erster Schritt in Richtung Zulassung, wie lange es dauert, bis das Vakzin tatsächlich verimpft werden kann ist allerdings noch unklar.

Die Valneva-Aktie

Die Valneva-Aktie fällt heute nur minimal und hält sich damit weiterhin bei aktuellen 17,7 Euro.

Valneva-Aktie

Die EMA gibt außerdem bekannt wie das Vakzin wirkt: „Der Impfstoff enthält inaktiviertes (abgetötetes) SARS-CoV-2, das die Krankheit nicht auslösen kann. VLA2001 enthält außerdem zwei Adjuvantien, d.h. Stoffe, die die Immunreaktion auf den Impfstoff verstärken“, schreibt die Behörde. „Wenn eine Person den Impfstoff erhält, erkennt ihr Immunsystem das inaktivierte Virus als fremd und bildet Antikörper dagegen. Wenn die geimpfte Person später mit SARS-CoV-2 in Kontakt kommt, erkennt das Immunsystem das Virus und ist bereit, es abzuwehren.“

/PG