Immer mehr Analysten korrigieren ihre Ziele für den Aktienkurs von Tesla aufgrund von makroökonomischen Faktoren wie steigenden Zinsen nach unten. Die jüngste Zielsenkung ist anderer Natur.

Von 1.300 auf 1.150 US-Dollar senkte Vijay Rakesh, Analyst bei der Mizuho Financial Group, das Kursziel. Er befürchte, dass höhere Kosten für Teile und niedrigere Preise für Autos sich auf die künftigen Umsätze und Gewinne des US-Elektroautobauers niederschlagen werden.

Rakesh geht nun laut des Finanzportals Barron’s davon aus, dass Tesla im zweiten Quartal statt 296.000 nur noch 232.000 Autos ausliefert. Damit liegt er nahe der Schätzung seiner Wall-Street-Kollegen, die durchschnittlich auf einen Verkauf von 240.000 bis 250.000 Fahrzeugen tippten. Zuvor lagen Spitzenschätzungen für das zweite Quartal sogar bei 350.000 E-Autos. Tesla hadert seit Monaten mit Covid-19-Lockdowns in China, die die Schätzungen belasten. Des Weiteren soll es Produktionsprobleme im Tesla-Werk in Grünheide geben.

Rakesh rechne nun für das Jahr 2022 mit einem Umsatz und einem Gewinn pro Aktie von 81,4 Milliarden US-Dollar bzw. 10,74 US-Dollar. Vorher lagen seine Schätzungen bei 85,7 Milliarden US-Dollar und 13,14 US-Dollar. Im kommenden Jahr traue Rakesh Tesla einen Umsatz und einen Gewinn je Aktie von 112 Milliarden US-Dollar und 15,49 US-Dollar statt 114,3 Milliarden US-Dollar und 17,14 US-Dollar zu. Darüber hinaus glaubt der Analyst, dass sich die hohen Batteriepreise halten und negativ auf das Geschäft von Tesla auswirken werden.

Optimistischer sei er für das zweite Halbjahr 2022, wenn China sich wieder öffnet und die Nachfrage steigt. Rakesh nach könnte der weltweite Absatz von Elektrofahrzeugen in der zweiten Jahreshälfte um mehr als 50 Prozent im Vergleich zur ersten Jahreshälfte 2022 steigen. Insgesamt stuft das japanische Finanzdienstleistungsunternehmen Mizuho Tesla mit „Kaufen“ ein.

Das durchschnittliche Kursziel für die Tesla-Aktie ist laut Barron’s seit Ende April von etwa 1.000 auf knapp über 900 US-Dollar pro Aktie gesunken. In der vergangenen Woche senkten sowohl Morgan Stanley als auch Credit Suisse ihre Kursziele. Als Grund nannten sie die hohen Zinsen. Die Kurssenkungen scheinen die Aktie nicht zu tangieren. Sie machte in der Zeit an der Nasdaq ein paar Prozentpunkte an Boden gut.

Autor: Nicolas Ebert, wallstreet:online Zentralredaktion


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