In Krisenzeiten haben Anleger seit jeher die Angewohnheit, nach einem sogenannten sicheren Hafen für ihr mühsam erarbeitetes Geld zu suchen. Der absolute Klassiker dürfte wohl Gold sein, denn das Edelmetall ist seit Jahrhunderten vorhanden und wurde im Laufe der Geschichte immer wieder dazu verwendet, Kapital zu sichern respektive zu decken (man erinnere sich an die Golddeckung). Gold ist eine Währung, die überall auf der Welt gerne gesehen und akzeptiert wird.

Das altehrwürdige Gold hat in den letzten Jahren Konkurrenz bekommen, zumindest was seinen Status als sicheren Hafen angeht. Denn in Zeiten von Digitalisierung und immer fortschreitender Technik ist man auf die Idee gekommen, auch die Währung zu digitalisieren. Geboren waren die Kryptowährungen und allen voran stand bei dieser Entwicklung der Bitcoin.

Während Gold nur langweilig im Tresor rumliegt, werden Kryptowährungen gemined und können dann über die Blockchain getraded werden – sehr cool. Vor allem die Tatsache, dass eine Kryptowährung viel liquider ist als Gold, hat es wohl vielen angetan. Umso besser, dass die Wertsteigerung, beispielsweise von Bitcoin, in den vergangenen Jahren exorbitant war – noch ein Punkt weniger, an Gold festzuhalten.

Doch obwohl einige Personen mit Bitcoin bisher viel Geld machen konnten und Gold in der Finanzwelt durchaus von so manchem Anleger verhöhnt wird, da es nicht arbeitet und somit keine Renditen abwerfen kann, stellt sich die Frage, wo man sein Geld wirklich in sicheren Händen wissen kann.

Die Entwicklung in den letzten Jahren

Während Gold in den letzten fünf Jahren einen Wertzuwachs von 41,88 % (Stand: 22.04.2020; Entwicklung in US-Dollar; auch gültig für Bitcoin) vorzuweisen hat, konnte der Bitcoin seit dem 01.01.2015 ein sensationelles Wachstum von 2.909 % hinlegen.

Wer vor etwa fünf Jahren in Gold investiert hat, freut sich über einen soliden Kapitalzuwachs; wer vor etwa fünf Jahren in Bitcoins investiert hat, könnte heutzutage sogar finanziell ausgesorgt haben.

Da es den Bitcoin noch nicht allzu lange gibt, habe ich diese 5-Jahres-Spanne gewählt. Man sollte nach wie vor im Hinterkopf haben, seit wann es Gold gibt und wie wertbeständig Gold in all diesen Jahrhunderten gewesen ist. Daher gibt es für mich hier ein Unentschieden.

Bitcoin vs. Gold in einer Krisensituation

Bei Gold weiß man, was man hat. Das war vor 500 Jahren so und das wird vermutlich auch in weiteren 500 Jahren so sein. Jeder Mensch kennt und vertraut Gold; das ist auch der Grund, weshalb man überall auf der Welt mit Gold Güter und Dienstleistungen erwerben könnte. Zudem besitzt Gold einen echten, materiellen Wert – man kann Gold in der Hand halten und es weitergeben.

Der Bitcoin wird sich wohl über die kommenden Jahrzehnte noch bewähren müssen, bis er das gleiche Vertrauen genießen könnte. Abgesehen davon gibt es immer wieder neue Kryptowährungen. Wer kann denn jetzt wissen, welche Kryptowährung sich langfristig durchsetzt und dementsprechend als sicher erachtet werden könnte?

Dazu kommt, dass die digitale Infrastruktur notwendig ist, um mit dem Bitcoin zu handeln. Selbst das Bitcoin-Mining hängt vom Strom ab; es wird sogar ziemlich viel Strom benötigt, um Bitcoins zu minen. Das ergibt für mich eine einfache Gleichung: Kein Strom ist gleich kein Bitcoin.

Gold ist in vielen Aspekten unabhängiger als der Bitcoin. Wenn in Krisenzeiten der Bäcker nur noch ein Brot zu verkaufen hat, wird er wohl eher das Gold nehmen, als darauf zu vertrauen, dass er wiederum seine Bedürfnisse mit einem Bitcoin befriedigen kann. Aus diesen Gesichtspunkten heraus hat Gold die Nase klar vorne, weshalb dieser Punkt an das begehrte Edelmetall geht.

Was ist nun der sichere Hafen für Geld?

Meiner Meinung nach haben Spekulanten und Trittbrettfahrer von der durchaus beneidenswerten Entwicklung des Bitcoins profitieren können, natürlich neben denjenigen, die fleißig Bitcoins minen. Als sicherer Hafen für mein Geld, vor allem während Krisenzeiten, empfinde ich den Bitcoin nicht.

Das mag ein wahrer Krypto-Fan nun gänzlich anders sehen und das ist auch okay so. Doch ich persönlich bezweifle, dass bei Erscheinens des Bitcoins ein sicherheitsorientierter Anleger darin investiert hätte. Warum? Bei Gold weiß der Investor, der sich absichern möchte, was er bekommt.

Beim Bitcoin – und allen anderen neuen Kryptowährungen – ist das zum Zeitpunkt der Emission ungewiss (gewesen). Auch für die Zukunft würde ich nicht darauf wetten, dass alle Kryptowährungen wertvoll bleiben werden, geschweige denn, dass sie im Wert zunehmen werden.

Unterm Strich muss sich jeder Anleger selbst entscheiden, was er für die bessere Wahl hält. Meiner Meinung nach ist Gold der wahre sichere Hafen für Geld. Wenn man darin 5 bis 10 % seines Geldvermögens absichert, sollte man in Krisenzeiten kein Problem damit haben, auf einen goldenen Notgroschen zurückgreifen zu können.

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Sicher durch die Krise? So geht man mit einem Markt-Crash um

Für den Aktienmarkt ging es lange Zeit immer weiter nach oben, bis sich Anfang 2020 plötzlich alles verändert hat.

Das Coronavirus beschäftigt die ganze Welt, und auch die Börsen. Lieferketten werden unterbrochen, Reisen abgesagt und Konsum verschoben. Das wird nicht einfach für die Wirtschaft. Dabei war Deutschlands Wirtschaft bereits vor dem Coronavirus nicht stark.

Es ist sehr schwer, sich genau auszumalen, wie empfindlich die Börsen auf wirtschaftliche Schwäche reagieren werden. Man kann sich einige unschöne Szenarien vorstellen.

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Caio Reimertshofer besitzt keine der erwähnten Geldanlagen. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Wertpapiere.

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Autor: Caio Reimertshofer, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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