BRASÍLIA (dpa-AFX) - Bei einem Wahlsieg der Linken in Argentinien und einer Rückkehr zum Protektionismus will Brasilien aus dem Mercosur aussteigen. Sollte sich nach den Wahlen eine mögliche neue Linksregierung im Nachbarland gegen die geplante Öffnung der Märkte stemmen, werde er das südamerikanische Staatenbündnis verlassen, sagte der rechte brasilianische Präsident Jair Bolsonaro am Freitag.

Bei den landesweiten Vorwahlen am Sonntag in Argentinien hatte der linke Präsidentschaftskandidat Alberto Fernández dem liberalen Amtsinhaber Mauricio Macri eine empfindliche Niederlage zugefügt. Die verpflichtenden Vorwahlen gelten als wichtiger Stimmungstest für die Präsidentenwahl im Oktober.

Nach der Wahl waren die Aktienmärkte und der Peso eingebrochen. Viele Anleger fürchteten offenbar einen Wahlsieg von Fernández und dessen Vizekandidatin, Ex-Präsidentin Cristina Kirchner. Die ehemalige Staatschefin (2007 - 2015) steht für eine protektionistische Wirtschaftspolitik.

"Die Märkte haben signalisiert, dass sie Argentinien eine linke Regierung nicht noch einmal verzeihen werden", sagte Bolsonaro. "Unternehmer werden nicht investieren, bis die politische Lage dort geklärt ist."

Ende Juni hatten die EU und der Mercosur den Aufbau der weltweit größten Freihandelszone beschlossen. Über den Abbau von Zöllen und Marktschranken soll der Handel zwischen den beiden Wirtschaftsblöcken angekurbelt werden. Brasilien ist die mit Abstand größte Volkswirtschaft im Mercosur, zu dem neben Argentinien auch Uruguay und Paraguay gehören./sit/DP/he