WIESBADEN (dpa-AFX) - Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat eindringlich zu bundesweit einheitlichen Corona-Regelungen im Fall eines harten Lockdowns aufgerufen. Dabei gehe es vor allem um die mögliche Schließung von Schulen und Geschäften sowie die Kontakte an Weihachten, sagte Bouffier am Freitag im hessischen Landtag in Wiesbaden. Gerade für ältere Menschen müsse sehr genau überlegt werden, ob es menschlich vertretbar sei, wenn diese gerade an Weihnachten überhaupt keinen Kontakt mehr zu ihrer Familie hätten.

Nach seiner Einschätzung komme für den Start des harten Lockdowns das Wochenende vor oder das Wochenende nach den Weihnachtsfeiertagen in Frage, sagte der Regierungschef. Er halte zunächst eine Frist bis zum 10. Januar für den richtigen Zeitraum. Es müsse aber immer die Möglichkeit gegeben sein, auf die aktuelle Corona-Entwicklung mit neuen Entscheidungen zu reagieren.

Die Bevölkerung brauche eine entschlossene Antwort der Länder und der Bundesregierung auf offenen Fragen zu den Wirtschaftshilfen, für die Schulen und die Kontaktregeln, betonte der Ministerpräsident. Kleinpolitischer Streit sei dagegen das Letzte, was die Menschen in dieser Zeit brauchten. Nach Angaben von Bouffier steht noch nicht fest, ob es an diesem Sonntag eine Bund-Länder-Schalte mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kommen wird. Es liefen derzeit noch Gespräche, wann oder wo eine solche Konferenz stattfinden wird./glb/DP/eas