BREMEN (dpa-AFX) - Wegen der steigenden Zahl an Corona-Infektionen und Toten nimmt auch das Bundesland Bremen die geplanten Lockerungen für Weihnachten und Silvester zurück. Damit dürfen sich auch an den Festtagen höchstens fünf Menschen aus zwei Haushalten treffen, zuzüglich Kindern. "Wir müssen eine Überlastung unseres Gesundheitssystems verhindern", sagte Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) am Freitag nach einer Sondersitzung des Senats.

Die Schulen sollen offen bleiben, allerdings wird ab kommenden Mittwoch bis zum 23. Dezember die Präsenzpflicht aufgehoben. Schülerinnen und Schüler können so bis zu den Weihnachtsferien zuhause lernen. Der Verkauf von alkoholischen Getränken zum Mitnehmen wie etwa ein Becher Glühwein wird von Montag an vorerst verboten.

Ältere Menschen müssen aus Sicht der Bremer Landesregierung dringend besser geschützt werden. "Es muss flächendeckend getestet werden", so Bovenschulte. Für das Personal sowie für Besucherinnen und Besucher brauche es Schnelltests. Für den Einzelhandel zeichnet sich dem Regierungschef zufolge eine Schließung an. Dafür brauche es allerdings eine bundesweite Regelung. Wenn Geschäfte geschlossen würden, müsse es eine wirtschaftliche Entschädigung geben.

Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linkspartei) sagte, die Lage in den Krankenhäusern und Pflegeheimen sei bedrohlich. Auch in Bremen steige die Zahl der Toten. Zudem seien die Langzeitfolgen einer Corona-Erkrankung noch nicht absehbar. "Das dürfen wir nicht unterschätzen", so die Senatorin. Sie appellierte an die Bevölkerung, sich an die Regeln zu halten. Die Einschnitte seien hart, aber nötig./hho/DP/nas