Auf den ersten Blick hat sich im Vergleich zu unserer letzten Kommentierung zu Brent C.O. vor knapp einem Monat nicht sonderlich viel getan. Der Ölpreis notiert weiterhin oberhalb von 40,0 US-Dollar, verstand es zuletzt aber nicht, nachhaltiges Aufwärtsmomentum zu kreieren, um etwa die Erholung bis in den Bereich von 50,0 US-Dollar auszudehnen. Dennoch gilt es natürlich, die aktuellen Entwicklungen unter die Lupe zu nehmen. Bleiben wir zunächst bei den charttechnischen Aspekten…

Ist das die Ruhe vor dem Sturm?

In den letzten Wochen tendierte Brent C.O. seitwärts. Auf der Unterseite etablierte sich der Bereich von 40,0 US-Dollar als tragfähige Unterstützung, während sich auf der Oberseite der Bereich um 44,0 US-Dollar als veritabler Widerstand herausstellte. Damit blieb die Tür in Richtung der eminent wichtigen Marke von 50,0 US-Dollar und gleichzeitig auch die Tür in Richtung der 200-Tage-Linie zu. Die jüngste Entwicklung von Brent C.O. wirft aus charttechnischer Sicht Fragen auf. Man kann sich verschiedener Lesarten bedienen. Die aktuelle Lage kann man letztendlich aber auf die Frage: „Konsolidiert der Ölpreis nur seine vorherige Aufwärtsbewegung oder droht eine obere Trendumkehr?“ zusammendampfen. Wichtige Aufschlüsse erwarten wir uns bei einem etwaigen Ausbruchsversuch aus der bislang dominierenden Range.

Auf fundamentaler Ebene zwischen Hoffen und Bangen

Der Ölmarkt befindet sich in einer ambivalenten Phase. Auf der einen Seite steht die Hoffnung auf eine deutliche Belebung der Ölnachfrage, auf der anderen Seite bangen die Marktakteure mit Blick auf das aktuelle Infektionsgeschehen in den USA eben um diese Belebung. Die aktuelle Gemengelage lässt sich auch gut an den aktuellen Daten der EIA ablesen. Während der Markt im Vorfeld für die Woche zum 03.07. mit einem deutlichen Rückgang der US-Rohöllagerbestände gerechnet hatte, wies die Energy Information Administration (kurz EIA) für den Berichtszeitraum einen deutlichen Bestandsaufbau um 5,7 Mio. Barrel auf 539,2 Mio. Barrel aus. Damit liegen die Bestände um 18 Prozent (!) über ihrem für diese Phase im Jahr relevanten Durchschnitt der letzten 5 Jahre. Steigende Lagerbestände sind ein Indiz für eine schwache Nachfrage. Die EIA gab die US-Rohölproduktion für die Woche zum 03.07. mit 11,0 Mio. Barrel und damit im Vergleich zur Vorwoche unverändert an. Aber dieser Umstand konnte die Laune nicht heben.

Kurzum

Das fundamentale Umfeld bleibt schwierig. Wichtige Impulse könnte es seitens der Charttechnik geben, sofern Brent C.O. die Handelsspanne 40,0 bis 44,0 US-Dollar verlassen kann…

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