Der Handelskonflikt zwischen den USA und China, der als maßgeblicher Belastungsfaktor für die Ölpreise galt, hat sich mit der Unterzeichnung des Teil-Abkommens (vermeintlich) entschärft. Drängende Fragen sind allerdings noch ungeklärt und müssen in naher Zukunft angegangen werden. Für frischen Wind am Ölmarkt sorgte die Unterzeichnung freilich nicht mehr. Neben der prestige- und medienträchtigen Unterzeichnung standen am gestrigen Mittwoch (15.01.) auch die aktuellen Daten der EIA im Fokus. Die US-Rohöllagerbestände sanken stärker als erwartet, doch auch hier blieb der positive Effekt aus...

Zum Zeitpunkt unserer letzten Kommentierung vor genau einer Woche befanden sich Brent C.O. und WTI Oil in aus charttechnischer Sicht prekären Situationen. Brent C.O. näherte sich mit großer Dynamik seiner eminent wichtigen Unterstützung bei 65,0 US-Dollar. WTI Oil steckte bereits etwas tiefer im Schlammassel und durchbrach zuvor unter großem Getöse die Unterstützungszone 61 / 60 US-Dollar.

Schauen wir zunächst auf die aktuellen Daten der Energy Information Administration (EIA) für die Woche zum 10.01. Nach einem leichten Anstieg in der Vorwoche sanken die US-Rohöllagerbestände im aktuellen Berichtszeitraum um 2,5 Mio. Barrel auf nun 428,5 Mio. Barrel. Damit sanken die Bestände deutlicher als im Vorfeld der Veröffentlichung prognostiziert wurde. Sie liegen unverändert im Rahmen des wichtigen 5-Jahres-Durchschnittswertes. Positive Effekte auf die Ölpreise hatte das nicht. Möglicherweise lag den Marktakteuren die jüngste Entwicklung der US-Rohölproduktion etwas schwer im Magen. Die EIA gab diese für die Woche zum 10.01. mit 13,0 Mio. Barrel und damit oberhalb des Vorwochenwertes (12,9 Mio. Barrel) an. Die anziehende US-Ölproduktion konterkariert die Bemühungen der OPEC+, das Angebot zu verknappen... Schauen wir zunächst auf die charttechnischen Aspekte von WTI Oil.

WTI Oil steckt der Verlust der wichtigen Zone 61 / 60 US-Dollar noch ein wenig "in den Knochen". Der Ölpreis vermochte es in den letzten Tagen nicht, neues Aufwärtsmomentum zu kreieren. Stattdessen dehnte sich die Korrekturbewegung weiter aus und erreichte kürzlich den zentralen Untersützungsbereich um 57,5 US-Dollar (inkl. der 200-Tage-Linie). Noch wurde dieser nicht unterschritten. Sollte dieser Fall jedoch eintreten, muss die Lage neu überdacht werden. Auf der Oberseite gilt es, die 61,0 US-Dollar möglichst rasch zurückzuerobern. Brent C.O. präsentiert sich in einer ganz ähnlichen Verfassung.

Brent C.O. hat die eminent wichtige Unterstützung bei 65,0 US-Dollar bereits leicht unterschritten, wird aber von der knapp darunter verlaufenden 200-Tage-Linie noch im Spiel gehalten. Sollte sich der Bruch der Unterstützung weiter manifestieren, muss eine Ausdehnung der Bewegung in Richtung 60,0 US-Dollar einkalkuliert werden. Für Entlastung würde hingegen ein zügiges Comeback oberhalb von 65,0 US-Dollar, idealerweise oberhalb von 67,5 US-Dollar sorgen...

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