In den letzten Handelstagen kreierten sich sowohl bei WTI Oil als auch bei Brent C.O. interessante charttechnische Konstellationen. Wichtige Widerstände standen zur Disposition. Eine Ausdehnung der Erholung respektive der Aufwärtsbewegung schien mit Blick auf die Gemengelage und die bis dato zu verzeichnende Dynamik möglich zu sein. Der gestrige Mittwoch kühlte die vorhandenden Aufwärtsambitionen jedoch erst einmal ab.

Nach einem wackligen Start in den September legten die Ölpreise bis zuletzt ordentlich zu. Angetrieben wurde diese Erholung maßgeblich von der zu verzeichnenden Entspannung im Handelskonflikt zwischen den USA und China. Aber auch der deutliche Abbau der US-Rohöllagerbestände in den letzten Wochen trug zur besseren Stimmung bei.

Bleiben wir gleich bei den aktuellen, gestern (11.09.) veröffentlichten Daten der Energy Information Administration (EIA). Mittlerweile scheint sich hier ein Trend zum Bestandsabbau etabliert zu haben. Nachdem die EIA bereits in den letzten Wochen mitunter deutliche Rückgänge der Lagerbestände vermeldete, setzte sich dieser Trend auch in der Woche zum 06.09. fort. Der vermeldete Rückgang von -6,9 Mio. Barrel fiel hierbei sogar deutlicher aus, als im Vorfeld erwartet wurde. Mit insgesamt 416,1 Mio. Barrel liegen die  US-Rohöllagerbestände zudem etwa 2 Prozent unterhalb des relevanten 5-Jahres-Durchschnitts. Die EIA gab zudem die US-Ölproduktion für die Woche zum 06.09. mit 12,4 Mio. bpd und damit auf dem Niveau der Vorwoche an. Der Rekord in Höhe von 12,5 Mio. bpd datiert im Übrigen aus der Woche zum 23.08. Und dennoch konnten weder Brent C.O. noch WTI Oil von den aktuellen Daten profitieren.

Was letztendlich die Gewinnmitnahmen auslöste, bleibt offen. Möglicherweise spielte der starke US-Dollar (die gestern veröffentlichten US-Erzeugerpreise legten deutlicher zu, als erwartet) eine Rolle. Unterm Strich erwischten die Gewinnmitnahmen die Ölpreise zur Unzeit. Schauen wir uns zunächst WTI Oil unter charttechnischen Aspekten an.

WTI Oil setzte gerade zum Sprung über die Widerstandsmarke von 57,5 US-Dollar an. Eine Fortsetzung der Bewegung in Richtung zentraler Widerstandszone 60,0 / 61,5 US-Dollar schien damit möglich zu werden. Doch es kam anders. Der Vorstoß fiel in sich zusammen. Mit aktuell knapp 56,0 US-Dollar ist WTI Oil in den Bereich seiner 200-Tage-Linie zurückgefallen. Zudem nähert sich der Preis der wichtigen Unterstützung von 55,0 US-Dollar. Diese sollte tunlichst nicht unterschritten werden, um nicht weitere Abgaben zu provozieren. In diesem Fall wäre auch ein erneuter Test der 51,3 US-Dollar nicht ausgeschlossen. Bei Brent C.O. ist der (charttechnische) Sachverhalt ein wenig anders gelagert.

Brent C.O. war erst im Begriff, seine 200-Tage-Linie bullisch zu kreuzen und den Widerstandsbereich um 65,0 US-Dollar anzulaufen, als die Gewinnmitnahmen einsetzten. Der vorherige Ausbruch über die Zone 60,0 / 61,5 US-Dollar und das damit einhergehende Kaufsignal hätten damit deutlich an Relevanz gewonnen. So aber steht dieser Bereich erneut im Feuer. Aktuell droht sogar der Wiedereintritt in den Abwärtstrend. Insofern wäre es nun eminent wichtig, wenn die Unterstützung 60,0 / 61,5 US-Dollar halten würde. Anderenfalls könnte sich die Korrektur weiter ausdehnen. Auch ein Test des August-Tiefs im Bereich von 56,0 US-Dollar wäre in diesem Fall durchaus möglich.

Haftungsausschluss/Disclaimer

Die hier angebotenen Artikel dienen ausschließlich der Information und stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar. Sie sind weder explizit noch implizit als Zusicherung einer bestimmten Kursentwicklung der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren birgt Risiken, die zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals und - je nach Art des Investments - sogar zu darüber hinausgehenden Verpflichtungen, bspw. Nachschusspflichten, führen können. Die Informationen ersetzen keine auf die individuellen Bedürfnisse ausgerichtete fachkundige Anlageberatung. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden wird weder ausdrücklich noch stillschweigend übernommen.Boersennews.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinerlei Einfluss. Boersennews.de hat bis zur Veröffentlichung der Artikel keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand der Artikel. Die Veröffentlichungen erfolgen durch externe Autoren bzw. Datenlieferanten. Infolgedessen können die Inhalte der Artikel auch nicht von Anlageinteressen von Boersennews.de und / oder seinen Mitarbeitern oder Organen bestimmt sein.