BERLIN (dpa-AFX) - Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) hat die von Bund und Ländern vereinbarten Erleichterungen bei den Kontaktbeschränkungen an Weihnachten und Silvester in Frage gestellt. "Wir müssen wirklich aufpassen, dass wir durch wirklich gut gemeinte Lockerungen zu Weihnachten und zu Silvester nicht das einreißen, was wir uns zwei Monate vorher halt dann auch aufgebaut haben", sagte Brinkhaus am Montag in Berlin vor einer Video-Sitzung der Unionsfraktion. "Deswegen muss man da auch noch mal kurzfristig entscheiden, wie man damit umgeht."

Damit seien viele persönliche Härten verbunden, räumte Brinkhaus ein. Aber: "Lieber zwischen dem 20. Dezember und dem 1. Januar die eine oder andere persönliche Härte, als dass das Ganze zu einer Dauerbaustelle wird, die uns bis tief in den März hinein tragen wird." Hier seien Ministerpräsidenten und Bundesregierung aufgefordert, die Regelungen zu hinterfragen: "Weihnachten und Silvester zusammen, das ist sicherlich sehr ambitioniert und sehr viel."

Auf die Frage, ob er sich Forderungen nach einem harten Lockdown mit wesentlich weitergehenden Maßnahmen als bislang vorgesehen anschließe, sagte Brinkhaus, dies liege in der Hand der Ministerpräsidenten. Er hätte sich vielleicht für November und Oktober gewünscht, dass man mehr mache. "Das ist nicht gemacht worden. Und jetzt muss man einfach schauen, wie man das verantwortungsvoll auch hinbekommt, dass die Zahlen tatsächlich runtergehen." Bislang sei man hier noch nicht erfolgreich.

Bund und Länder hatten vereinbart, bei Familientreffen vom 23. Dezember bis längstens 1. Januar zehn Personen plus Kinder zuzulassen. Ansonsten dürfen maximal fünf Leute aus zwei Hausständen zusammen sein. In Bayern hat das Kabinett beschlossen, die geplanten Lockerungen nur noch vom 23. bis zum 26. Dezember aufrecht zu erhalten. In Berlin sind über die gesamten Feiertage maximal fünf Leute erlaubt. Auch in anderen Bundesländern wird darüber nachgedacht, von Erleichterungen über die Feiertage abzurücken./bk/gba/DP/eas