BERLIN (dpa-AFX) - Das Bundesfamilienministerium will eine zentrale Koordinationsstelle zur Unterbringung von geflüchteten Waisenkindern aus der Ukraine schaffen. Das teilte das Ministerium am Montag mit.

Mit der bundesweiten Koordinierung wolle das Ministerium Ländern und Kommunen helfen, die Unterkünfte und Versorgung dieser Gruppe von Geflüchteten samt ihren Betreuerinnen und Betreuern zu steuern, hieß es. Die Koordinierungsstelle werde "schnellstmöglich eingerichtet und ihre Arbeit aufnehmen", erklärte eine Sprecherin auf dpa-Anfrage. Dazu würden diese Woche noch abschließende Gespräche mit den Ländern und weiteren Kooperationspartnern geführt.

Die Anlaufstelle werde mit Ländern und Kommunen "permanent im Kontakt" stehen und kontinuierlich Aufnahmekapazitäten abfragen, um sich einen Überblick über verfügbare Unterkünfte zu verschaffen, schrieb das Familienministerium. Die Stelle werde dann geeignete Unterkünfte in den Ländern zentral vermitteln.

Dabei werde sie "auch besondere Bedarfe wie Behinderungen oder schwere Erkrankungen der Kinder und Jugendlichen berücksichtigen", erklärte Bundesfamilienministerin Anne Spiegel (Grüne).

Auch als Informations- und Beratungsplattform für alle Behörden, Träger, Initiativen und Privatpersonen, die ukrainischen Waisenkindern in Deutschland helfen wollten, solle die neue Stelle dienen.

Dazu, wie viele Waisenkinder samt Betreuerinnen und Betreuern bislang in Deutschland eingetroffen sein könnten, gab es zunächst keine Angaben.

Zuvor hatte etwa Berlins Jugend- und Familiensenatorin Astrid-Sabine Busse ein engeres Zusammenwirken von Bund und Ländern bei der Aufnahme besonders hilfsbedürftiger Flüchtlinge aus der Ukraine gefordert. Busse regte in diesem Zusammenhang auch die Gründung einer zentralen Anlaufstelle speziell für Waisenkinder an. "Bei allem Engagement und der großen Solidarität, die es in der Stadt gibt, wünsche ich mir aber eine Koordinierung auf Bundesebene", sagte Busse am Montag./faa/DP/ngu