BRÜSSEL/BERLIN (dpa-AFX) - Ein Scheitern der Verhandlungen über einen Brexit-Handelspakt könnte nach Einschätzung der Bundesregierung schwerwiegende Konsequenzen für die künftige Zusammenarbeit der EU mit Großbritannien haben. "Unser künftiges Verhältnis beruht auf Vertrauen", sagte Europastaatsminister Michael Roth (SPD) am Dienstag vor einer Videokonferenz mit EU-Amtskollegen. Gerade dieses Vertrauen stehe nun in den Verhandlungen auf dem Spiel.

Die Verhandlungen über den Brexit-Handelspakt waren zuletzt nicht vorangekommen, weil Großbritannien bei Themen wie Wettbewerbsregeln und Fischereirechte keine weiteren Zugeständnisse machen will. Eine vielleicht letzte Chance auf eine Einigung soll in den nächsten Tagen bei einem persönlichen Treffen von Premierminister Boris Johnson und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Brüssel ausgelotet werden.

Kommt keine Einigung zustande, drohen Zölle und andere Handelshürden, wenn die Brexit-Übergangsfrist am 31. Dezember ausläuft. Großbritannien hat die EU Ende Januar verlassen, ist aber noch bis Jahresende Mitglied des europäischen Binnenmarkts und der Zollunion.

"Wir wollen einen Deal, aber nicht um jeden Preis", sagte Roth, der die Beratungen der EU-Minister am Dienstag als Vertreter der aktuellen deutschen EU-Ratspräsidentschaft leitete. "Was wir brauchen, ist der politische Wille in London."/aha/DP/jha