CD Projekt (WKN: 534356) hatte es seit dem scharf kritisierten Release von „Cyberpunk 2077“ nicht leicht. Der Triple-A-Titel wies vor allem auf Konsolen sehr viele Bugs auf und ließ Gamer verzweifeln. Aufgrund der sehr fairen Rückgabepolitik von CD Projekt schmiss Sony das Spiel sogar aus dem Playstation-Store. Seither ist „Cyberpunk 2077“ dort nach wie vor nicht zum Download verfügbar.

Nun gibt es News zur Aktie von CD Projekt, denn das Unternehmen hat die strategische Ausrichtung geändert und berichtet über einige Dinge, die interessierte Investoren unbedingt wissen sollten. Zudem wurde kürzlich der zweite große Patch 1.2 für das Spiel veröffentlicht. Dem Markt scheinen die Neuigkeiten nicht zu schmecken, da die Aktie von CD Projekt am 31.03. in den ersten Handelsstunden um etwa 14 % ins Minus gerutscht ist.

Nachfolgend fasse ich die aus meiner Sicht wissenswertesten Neuigkeiten zu CD Projekt zusammen und beurteile außerdem, ob man die CD-Projekt-Aktie jetzt kaufen sollte oder nicht.

„Cyberpunk 2077“ nach Patch 1.2: Ist das Spiel wieder spielbar?

Es steht außer Frage, dass CD Projekt das Spielerlebnis von „Cyberpunk 2077“ verbessern muss. Viele Gamer wurden enttäuscht und haben das Vertrauen in den Spieleentwickler verloren. Der sehr große Patch 1.2 (circa 30 GB) wurde veröffentlicht und soll bedeutend viele Bugs beheben.

Ersten Erfahrungsberichten zufolge scheinen einige nervige Bugs verschwunden zu sein, auch soll es nicht mehr viele sogenannte „Gamebreaker“ geben. Dass CD Projekt sich deutlich Mühe gegeben hat, beweisen auch die Patchnotes, die über 60.000 Zeilen lang sind. Dennoch scheinen nicht alle Bugs ausgemerzt zu sein, aber immerhin ist man auf dem richtigen Weg. Hierzu merkte das Unternehmen auch an, dass man eher früher als später mit einer Wiederaufnahme von „Cyberpunk 2077“ in den Playstation-Store rechnet.

CD Projekt mit Strategie-Update: So sieht die Zukunft aus

Das Strategie-Update von CD Projekt beinhaltet drei Oberpunkte, auf die ich jeweils kurz eingehen möchte. Der erste Punkt betrifft den Ausbau der Online-Aktivitäten. Hier möchte das Management gezielt mehr Online-Erlebnisse in zukünftige Spiele einbauen und somit für mehr Gamerinhalte sorgen, auch abseits des Games. Dazu möchte das Unternehmen beispielsweise auch die GOG-Community stärken. GOG steht für Good Old Games und unter anderem die hauseigene Verkaufsplattform von CD Projekt.

Der zweite Punkt sieht vor, dass die Franchises Cyberpunk und The Witcher ausgebaut werden. Das geschieht bereits mit der Serie zu The Witcher auf Netflix, wo auch eine Serie zu Cyberpunk erscheinen soll. Ebenfalls sollen mobile Games erscheinen, beispielsweise „The Witcher: Monster Slayer“, das dem Format von „Pokemon Go“ ähneln soll.

Im letzten Punkt geht es um die Transformation innerhalb von CD Projekt, vor allem hinsichtlich zukünftiger Projekte. Die Rolle des CTO (Chief Technology Officer) soll neu gedacht und gestärkt werden. Man möchte mehr Talente fördern, die Kommunikation nach außen verbessern und vor allem den eigenen Qualitätsansprüchen gerecht werden. Letzteres ist ein wichtiger Punkt, da die Veröffentlichung von „Cyberpunk 2077“ hierzu berechtigte Zweifel aufgeworfen hat. Ein ebenso wichtiger Aspekt ist, dass ab 2022 zukünftig mehrere Triple-A-Titel parallel zueinander entwickelt werden. Das bedeutet eine deutliche Unterscheidung zur bisherigen Herangehensweise. Dazu wurde auch die Übernahme von Digital Scapes bekannt gegeben, einem kanadischen Entwicklerstudio.

Fazit zur Aktie von CD Projekt

Das Management von CD Projekt gelobt Besserung und möchte neue Wege gehen. Womöglich ein extrem wichtiger Schritt, um den enttäuschenden Release von „Cyberpunk 2077“ vergessen zu machen. Der monetäre Erfolg von „Cyberpunk 2077“ lässt sich noch nicht in Gänze beurteilen, da die Quartalszahlen noch ausstehen. Ich vermute jedoch, dass CD Projekt trotz vieler Kritik finanziell einen guten Schnitt machen konnte.

Noch in diesem Jahr sollen die Next-Gen-Versionen von „Cyberpunk 2077“ und „The Witcher: Wild Hunt“ erscheinen, voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte. Der Multiplayer-Modus für „Cyberpunk 2077“ sollte frühestens 2022 kommen, scheint jedoch möglicherweise auf Eis gelegt zu sein. Das ist zunächst schade, aber ich vermute, dass CD Projekt sich vornehmlich ab 2022 auf die neuen Triple-A-Titel konzentrieren möchte. Wie es genau weitergeht, das wird ohnehin erst die Zukunft zeigen.

Ich habe mir bereits vor einigen Wochen die Aktie von CD Projekt ins Depot gelegt. Seither stehe ich aufgrund der Kursentwicklung deutlich im Minus. Nichtsdestotrotz bin ich von den Franchises, dem Entwicklerteam und dem Unternehmen überzeugt. Langfristig gesehen, so meine Überzeugung, wird man das Debakel rund um „Cyberpunk 2077“ vergessen. Das Unternehmen wird sicherlich noch einige spannende Projekte lancieren, die hoffentlich besser umgesetzt werden.

Da ich nun als Aktionär erst echte Fortschritte sehen möchte, werde ich voraussichtlich nicht bald nachkaufen. Wer jedoch Interesse an der CD-Projekt-Aktie hat und über keine Position verfügt, könnte möglicherweise jetzt zu einem günstigeren Kurs zuschlagen.

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Caio Reimertshofer besitzt Aktien von CD Projekt. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2021

Autor: Caio Reimertshofer, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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