MAGDEBURG (dpa-AFX) - Die CDU will nach ihrem Wahlsieg in Sachsen-Anhalt mit der FDP, den Grünen und der SPD über mögliche Bündnisse sprechen. Das sagte CDU-Landeschef Sven Schulze nach der Sitzung des Landesvorstandes der Partei am Montagabend. "Wir haben als Landesverband einstimmig beschlossen im Vorstand mit den Kreisvorsitzenden, dass wir den drei Parteien (...) Sondierungsgespräche anbieten."

Die Reihenfolge der Gespräche könne sich nach dem Anfangsbuchstaben der jeweiligen Partei richten, hieß es. Die Abfolge habe jedoch nichts mit der Präferenz gegenüber der jeweiligen Partei zu tun und müsse noch in die Abstimmung, hob Schulze hervor.

Ministerpräsident Reiner Haseloff und seiner CDU stehen mehrere Optionen zur Bildung einer Regierung offen. Eine klare Präferenz des Amtsinhabers zeichnete sich am Montag weiterhin nicht ab.

Die CDU hatte bei der Wahl am Sonntag so stark dazugewonnen, dass sogar ein Zweierbündnis mit der SPD im neuen Landtag eine hauchdünne Mehrheit hätte. CDU und SPD hatten in Magdeburg schon von 2006 bis 2016 gemeinsam regiert. Stabiler wäre die Koalition, wenn sich auch die FDP daran beteiligen würde. Mehrere CDU-Politiker hatten sich am Wahlabend für ein solches Bündnis ausgesprochen.

Auch eine Neuauflage der bisherigen Kenia-Koalition mit der FDP und den Grünen ist möglich. Diese Option halten viele in der Partei für unwahrscheinlich. Die Grünen sind in weiten Teilen der CDU geradezu verhasst. Theoretisch denkbar wäre auch eine Jamaika-Koalition aus CDU, Grünen und FDP.

Die CDU hatte bei der Landtagswahl 37,1 Prozent der Stimmen erlangt (2016: 29,8). Die AfD blieb mit 20,8 Prozent unter ihrem alten Ergebnis (24,3). Die im Osten generell eher schwachen Grünen verbesserten sich leicht, sie kamen auf 5,9 Prozent (5,2). Die SPD verzeichnete mit 8,4 Prozent ihr bisher schlechtestes Ergebnis in Sachsen-Anhalt (10,6). Die Linke fiel auf 11,0 Prozent (16,3). Die FDP erreichte 6,4 Prozent (4,9)./wpi/DP/he