BERLIN/LEIPZIG (dpa-AFX) - Die Bundesagentur für Sprunginnovationen soll bahnbrechenden Ideen zum Durchbruch verhelfen - damit deutsche Firmen im Land bleiben. "Wir wollen nicht, dass die erfolgreichen Firmen an US-Amerikaner oder Asiaten verkauft werden", sagte Rafael Laguna de la Vera, Direktor der Bundesagentur mit Sitz in Leipzig, der Deutschen Presse-Agentur. "Wir brauchen "Made in Germany 2.0". Wir wollen dem Silicon Valley nicht hinterherrennen. Wir bauen nicht nach, sondern schaffen neue Unternehmen, die disruptiv wirken."

Die Agentur war rund vor einem Jahr gegründet worden, der Aufbau der Organisation ist inzwischen weitgehend abgeschlossen. Die Agentur fördert bereits drei erste Projekte. "Ein Sprunginnovation ist eine Innovation, nach der die Welt nicht mehr so ist wie vorher und die ganze Industrien verändert", sagte Laguna, der zuvor Chef einer Softwarefirma war. Bei den Projekten geht es zum einen um die Reinigung von Mikroplastik aus dem Wasser mit Hilfe von ganz kleinen Luftblasen, zum anderen um einen Teil von Gaia-X - das ist eine von Deutschland und Frankreich vorangetriebene europäische Cloud- und Dateninfrastruktur, um in Europa nicht alternativlos auf große IT-Konzerne aus den USA und China angewiesen zu sein.

Beim dritten Projekt gehe es darum, die Prinzipien der analogen Computer in eine neuartige Chip-Architektur zu packen, so der Direktor der Agentur. Bisher seien sogenannte Validierungsaufträge vergeben worden, die Agentur unterstütze das mit jeweils mehreren zehntausend oder ein paar wenigen hunderttausend Euro. "Wir geben den Erfinderinnen und Erfindern die Möglichkeit und die Mittel, ihre Projektvorschläge so weit zu entwickeln, dass wir entscheiden können, ob wir groß einsteigen oder nicht", so der Direktor. "Wenn wir das tun, werden wir das in Form einer GmbH tun, die wir als Tochter der Agentur gründen. Dann sprechen wir über Finanzierungen von ein paar Millionen Euro pro Projekt."/hoe/DP/zb