HANNOVER (dpa-AFX) - In den Chemie-, Pharma- und Energieunternehmen halten viele Beschäftigte die betrieblichen Corona-Schutzmaßnahmen für ausreichend - bei Impfungen könne aber noch mehr getan werden. Das geht aus einer Umfrage der IG BCE hervor. Die drittgrößte deutsche Gewerkschaft wollte von 1500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wissen, inwiefern sie zufrieden mit der aktuellen Situation und der Pandemiebekämpfung bei ihren Arbeitgebern sind.

Fast die Hälfte (48 Prozent) gab dabei an, dass Hygieneregeln und "flexible Regelungen mit Rücksicht auf Eltern" genügend umgesetzt würden. Wie die IG BCE am Mittwoch weiter berichtete, sehen allerdings 42 Prozent hier noch "Luft nach oben". Raschere Fortschritte beim Impfen wie eine Impfung im Betrieb selbst wünschen sich außerdem mehr als ein Drittel (36 Prozent) der Befragten.

"Ein Großteil unserer Kolleginnen und Kollegen würde sich gern im Betrieb impfen lassen", meinte IG-BCE-Chef Michael Vassiliadis. Eine Mehrheit (52 Prozent) hält jedoch auch die inzwischen angelaufene Einbeziehung von Hausärzten in die Impfkampagne für wichtig.

Ebenfalls 52 Prozent glauben, dass eine aktive Sicherung von Jobs durch gezielte Ausgaben für Arbeitsmarkt, Bildung und Forschung entscheidend ist - dies war auch bei den Kundgebungen zum 1. Mai am vorigen Wochenende ein zentraler Punkt. "Die Industriebeschäftigten fordern ein Ende des Zögerns und Zauderns bei Zukunftsinvestitionen in Ausbildung, Infrastruktur und neue Technologien", so die Interpretation von Vassiliadis. Ungefähr jeder vierte Befragte erklärte zudem, der Trend zum Homeoffice dürfe nicht dazu führen, dass sich Arbeits- und Freizeit immer mehr vermischen./jap/DP/mis