China spielt seit Jahren eine überaus wichtige Rolle in der Weltwirtschaft, aber Investitionen dort können manchmal nervenaufreibend und beunruhigend sein. Angesichts des sich abzeichnenden Handelskrieges zwischen den Vereinigten Staaten und China erfordern Investitionen dort noch mehr Aufmerksamkeit als sonst.

Laut zwei unserer Motley-Fool-Experten sollten Investoren derzeit das chinesische Technologie-Unternehmen Baozun (WKN: A14S55) wegen der potenziell negativen Auswirkungen des Handelskriegs genau im Auge behalten. Derweil ist die China National Offshore Oil Company (WKN: A0B846) wegen der Vorteile, die der Konzern aus dem Handelskrieg ziehen könnte, interessant.

Im Fadenkreuz des Handelskriegs?

Brian Stoffel (Baozun): Viele Leute bezeichnen Baozun als „Shopify von China“. Wer nicht ganz im Thema drin ist: Shopify ermöglicht quasi jedem, eine E-Commerce-Präsenz einzurichten.

Diese Analogie funktioniert zu Teilen, ist aber nicht perfekt. In Wirklichkeit ist Baozun eher ein Tor für Marken außerhalb Chinas, um im Reich der Mitte Fuß zu fassen. Man holt Partner ran, die die wachsende Mittelschicht in China erreichen wollen.

Jedes in China börsennotierte Unternehmen ist von den langen Streitigkeiten der USA und China beim Thema „Zölle“ betroffen. Baozun ist da keine Ausnahme. Ich glaube sogar, dass das Unternehmen sehr direkt betroffen ist.

Man weiß nicht genau, wie sich nach den Streitigkeiten die Zölle auf verschiedene Produktkategorien auswirken könnten. Aber weil Baozun hilft, Produkte aus dem Ausland einzuführen, kann das Unternehmen durchaus stärker als andere betroffen sein.

Natürlich wird fast jedes E-Commerce-Unternehmen in China von den Diskussionen betroffen sein. Und man kann nicht sagen, was, wenn überhaupt, im Juli rumkommen wird. Aber bei einer Marktkapitalisierung von nur 3,4 Milliarden USD – im Vergleich zu Giganten wie Alibaba und JD.com – denke ich, dass die Aktie bei jeder Nachricht weit ausschlagen kann. In welche Richtung, ist nicht absehbar, deshalb denke ich, dass es sich lohnt, im Juli (und darüber hinaus) die Aktie zu beobachten.

Energie ist lebenswichtig – vor allem in einem Handelsstreit

Reuben Gregg Brewer (China National Offshore Oil Company): CNOOC ist eines der weltweit größten Energieunternehmen, das vor allem sein Heimatland China bedient. Ja, die Gefahr der globalen Erwärmung hat sogar China veranlasst, Maßnahmen zur Reduzierung der Kohlenstoffemissionen zu ergreifen. Und ja, die Finanzergebnisse werden nachlassen und von den oft volatilen Energiepreisen abhängen. Die Nachfrage nach Öl und Gas dürfte jedoch weiter steigen, da die Bürger des Landes auf der sozioökonomischen Leiter weiter nach oben klettern. Und das ist hier ein wichtiger fundamentaler Treiber, der nur dann überzeugender wird, wenn der noch immer schwelende Handelskrieg China noch mehr auf seine eigenen Ressourcen angewiesen macht.

Nun, das Unternehmen zeigt eine recht solide Bilanz. Die langfristigen Verbindlichkeiten beliefen sich Ende 2018 auf rund 25 % der Kapitalstruktur. Und während die Verschuldung des EBITDA branchenweit eher oben ist, ist sie dann doch nicht allzu weit von BP und Total entfernt. Man ist nicht so finanzstark wie zum Beispiel ExxonMobil, aber es gibt wenig Grund zu der Annahme, dass CNOOC plötzlich in den Bankrott geht.

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CNOOC wird zu einem der niedrigsten Preis-zu-Buchwert-Verhältnisse innerhalb der Branche gehandelt. Und mit einer Rendite von 5,8 % generiert die Investition ein stattliches regelmäßiges Einkommen. Gut, die Dividendenzahlung ist variabel, sodass sie im Laufe der Zeit steigen und fallen kann, aber alles in allem ist CNOOC eine solide Möglichkeit, sich Einnahmen zu bescheren und gleichzeitig auf den chinesischen Energiemarkt zu wetten.

Vergiss das Brennstoffzellenauto – dieser Markt wird viel größer

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Baozun, JD.com und Shopify. Brian Stoffel besitzt Aktien von Shopify und Reuben Gregg Brewer von ExxonMobil.

Dieser Artikel erschien am 9.7.2019 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

Motley Fool Deutschland 2019

Autor: Brian Stoffel, Motley Fool beitragender Investmentanalyst