PEKING (dpa-AFX) - China hat mit drei Schweigeminuten seiner Corona-Toten gedacht. Zum chinesischen Totengedenktag heulten am Samstag um 10.00 Uhr Ortszeit die Sirenen. Auch hupten Autos und ließen Schiffe ihre Hörner ertönen. In Peking blieben die U-Bahnen für drei Minuten stehen. Menschen auf den Straßen hielten inne. Die Nationalflaggen auf öffentlichen Gebäuden und in chinesischen Botschaften weltweit wehten auf halbmast.

Das Gedenken sei zu Ehren der "Märtyrer und Landsleute, die im Kampf gegen die Epidemie ums Leben gekommen sind", teilte der Staatsrat mit. Präsident Xi Jinping und andere Führer mit weißen Trauerblumen am Revers ihrer dunklen Anzüge verneigten sich bei einer Zeremonie am Regierungssitz Zhongnanhai in Peking vor einer Nationalflagge. Webseiten von Regierung und Staatsmedien zeigten sich in Schwarzweiß.

Zum Qingming-Fest trauern die Chinesen traditionell um ihre Toten und säubern die Gräber. Normalerweise werden Blumen, Essen und andere Gegenstände für die Toten abgelegt sowie Papiergeld und Räucherstäbchen verbrannt. Um die Ausbreitung des Sars-CoV-2-Virus zu verhindern, hatten aber viele Provinzen die Menschen aufgefordert, nicht zu den Gräbern zu pilgern. Friedhöfe organisierten kollektive Riten. Über Online-Plattformen konnten virtuell Opfergaben überreicht werden.

In Festlandchina sind seit dem Ausbruch des neuartigen Coronavirus vor gut vier Monaten nach amtlichen Angaben vom Sonntag 3329 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Mehr als 81 000 Menschen haben sich demnach mit dem Virus infiziert. Die tatsächlichen Zahlen dürften allerdings deutlich höher liegen, da die Art der Erhebung immer wieder geändert worden ist und viele Fälle nicht in der offiziellen Statistik auftauchen./lw/DP/fba